Singapur
Neue Drehscheibe für Kunst in Asien

Der Schwerpunkt des am 15. September in Singapur eröffnenden Kunst-Zentrums Gillman Barracks liegt auf zeitgenössischer asiatischer Kunst. Die Berliner Galerie Michael Janssen mischt in dem staatlich geförderten Konzept mit.  
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ParisNur zwei europäische Galeristen mieten sich in Asiens neuem Art-Center „Gillman Barracks“ ein, das am 15. September in Singapur eröffnet wird: der Berliner Michael Janssen und die Italiener Partners & Mucciaccia. In den Kolonialbauten der ehemaligen Militärbarracken, von wo aus die englische Armee 1942 unter General Webb Gillman im früheren Dschungel und Sumpf gegen die Japaner den Kampf aufnahm, lassen sich fünfzehn zeitgenössische Galerien auf ein Abenteuer ein. Michael Janssen meint, es habe bis jetzt nirgends ein vergleichbares öffentlich gefördertes  Projekt mit Ausstellungshallen, einem kommerziellen Galerien-Teil, Restaurants und Bars gegeben. Das Gebiet der Gillman Barracks erstreckt sich über sechs Hektar mit vierzehn Kolonialbauten. Davon wurden fünf den Wünschen der Galerien entsprechend umgebaut. Die Projektleitung untersteht dem Singapore Economic Development Board (EDB), der Regierungs- Planungsstelle, die den Inselstaat strategisch auf- und ausbaut. Dem Anspruch  des EDB gemäß sollen die Gillman Barracks die neue Destination für zeitgenössische Kunst in Asien werden.

Asien und der Rest der Welt

Ursprünglich war das Projekt auf asiatische Galerien beschränkt, schließlich akzeptiert man aber doch Galerien von anderen Kontinenten. Händler wie Pearl Lam (China) oder die Galerie des Global Player Takashi Murakami. In den Startblocks wartend findet man: ShangArt (China); Mizuma, Ota Fine Arts, Tomio Koyama  (alle Japan); Equator Art Project (Indonesien), Space Cottonseed (Korea), Silverlens, The Drawing Room (beide von den Philippinen), Fost Gallery (Singapur), sowie Future Perfect (Australien) und  Sundaram Tagore aus den USA. Obwohl Janssens Umbau keineswegs fertig ist, lanciert der deutsche Galerist einen Film von Luis Guispert sowie vier indonesische Street Art Künstler.

Zum Auftakt am Samstag wartet jede Galerie mit einer kuratierten Ausstellung auf, auf der die Stars von heute und morgen zu entdecken sind. Equator Art Projects präsentiert den philippinischen Senkrechtstarter Poklong Anading, der derzeit auf der Gwangju-Biennale in Südkorea vertreten ist und dessen bunte Skulpturen aus Abfällen man im Januar 2012 auf der Kunstmesse „Singapore Art Stage“ bei der Grazer Galerie Kratochwill und Zimmermann sah.

Der für das „Gillman Barracks“-Gesamtprojekt verantwortliche Eugene Tan kuratiert die erste  öffentliche Ausstellung im Center for Contemporary Art (CCA), für die er 15 bekannte internationale Künstler auswählte, darunter die japanische Pop-Ikone Yayoi Kusama, die amerikanische Fotografin Annie Leibovitz oder den Chinesen Zhang Enli.  

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