Skistar und Schauspieler
Toni Sailer: Der „Blitz aus Kitz“ ist tot

Die österreichische Ski-Legende Toni Sailer ist tot. Der Olympiasieger und Weltmeister aus Tirol starb nach langer Krankheit am Montag im Alter von 73 Jahren in einer Innsbrucker Klinik, teilte der Kitzbüheler Ski Club (K.S.C.) am Dienstag mit und bestätigte damit eine Meldung der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

HB KITZBÜHEL/WIEN. Sailer hinterlasse eine große menschliche Lücke, so der K.S.C, der auch das Hahnenkamm-Rennen organisiert. In seiner nur zwölf Jahre dauernden aktiven Zeit von 1946 bis 1958 gewann der „Schwarze Blitz aus Kitz“ drei Mal Olympia-Gold und wurde siebenfacher Weltmeister. Bei den Winterspielen 1956 im italienischen Cortina holte der Mann mit weißer Zipfelmütze seine drei Goldmedaillen und vier WM-Titel. Zudem siegte er mehrfach beim berüchtigten Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel. Mit nur 23 Jahren gab Sailer seinen Rücktritt bekannt. Dennoch sei er mit seinem durchschlagenden Erfolg in Österreich zum Jugendidol der Nachkriegszeit geworden, urteilte die APA.

Nach seiner aktiven Zeit machte der gelernte Glaser eine zweite Karriere beim Film und im Showgeschäft. Er zog nach München und nahm Schauspielunterricht, stand auch in ernsten Stücken wie „Tod eines Handlungsreisenden“ auf der Bühne. Ein Star in der breiten Öffentlichkeit wurde Sailer aber durch seine Auftritte in Heimatfilmen und als Schlagerstar.

An der Seite von Horst Buchholz, Uschi Glas oder Gritt Boettcher prägte er das Bild des feschen Österreichers, der als charmanter Skilehrer strauchelnden Schülerinnen hilfreich unter die Arme greift. Mit seinen 18 Schlager-Schallplatten bezirzte er die Damenwelt mit Titeln wie „Komm ganz nah zu mir“ - und wird damit sogar in Japan bekannt.

Neben seiner Showkarriere blieb Sailer dem Skisport als Funktionär treu. Anfang der 70er Jahre war er Cheftrainer und Technischer Direktor des Österreichischen Skiverbandes ÖSV. Von 1967 bis 1976 hatte er das Amt des Präsidenten des Kitzbüheler Ski Clubs inne, von 1985 bis 2006 organisierte er dann als Rennleiter das Hahnenkamm- Rennen. Zudem gründete Sailer eine eigene Ski-Schule für Kinder.

Für seine vielfältige Karriere hat die Ski-Legende zahlreiche Auszeichnungen erhalten, 1999 wurde Sailer zum österreichischen Jahrhundert-Sportler gewählt. Wenige Monate vor seinem Tod, im April 2009, erhielt er noch das „Schneekristall des Skisports“ des ÖSV. Sailer hinterlässt seinen Sohn Florian und seine Frau Hedwig, die er einige Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau Gaby 2006 heiratete.

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