Skulpturen
Konzentration auf höchste Qualität

Ein weiß glasierter Porzellan-Herkules aus dem 18. Jahrhundert ist das Top-Los bei den Londoner Auktionen für Kunsthandwerk und Skulpturen. 40 Prozent des Angebots ging zurück. Der Markt konzentriert sich auf das oberste Preissegment.
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LondonDie Bremer Kunsthandlung Neuse hat eine Porzellanfigur zum Spitzenlos der Londoner Auktionen für Kunsthandwerk und Skulpturen gemacht. Für eine kraftvolle, weiß glasierte Version des „Farnese Herkules“ der Doccia Manufaktur bezahlten die Bremer Händler bei Bonhams mit Aufgeld 657.250 Pfund (762.400 Euro). „Wir sind sehr zufrieden“, freute sich Neuse-Direktor Volker Wurster über den guten Fang. Die 82 cm große Skulptur ist ein hochbedeutendes Unikat, das aus privatem Familienbesitz kam und noch nie auf dem Markt war. Der Herkules gehört zu einer von dem Manufakturgründer Marchese Carlo Ginori in den 1740er-Jahren bestellten Serie von Großfiguren nach Modellen der Antike . Das Original des Farnese-Herkules ist heute im Museum in Neapel; das Modell der Doccia-Version kann im Museum der Manufaktur bei Florenz besichtigt werden.

Luxusporzellan macht immer wieder Furore

Barockes Luxusporzellan in diesem monumentalen Format machte immer wieder Furore. Vor allem wenn Meißener Großfiguren aus dem japanischen Palais auf den Markt kommen. Im November erzielte ein bei Lempertz versteigerter 74 cm großer Meißener „Löwe“ 1,1 Millionen Euro. Bei Bonhams waren 300.000 bis 500.000 Pfund für den Herkules geschätzt.

Eine mit der gleichen Schätzung gestartete Meißener „Garniture de Cheminée“, die vermutlich für das Japanische Palais von August dem Starken gedacht war und dann bei seinem Ministerpräsidenten Graf von Brühl landete, brachte 541.250 Pfund. Auch dies ist ein starker Preis für die fünf bedeutenden Augustus Rex-Vasen mit superber Bemalung mit Vogelmotiven, bei der das begehrte Eisenrot heraus sticht. Ursprünglich bestand der Satz einmal aus sieben Vasen.

Der Markt war schon immer selektiv

Bonhams ist das einzige große Auktionshaus, das in London Porzellan noch als eigenständiges Sammelgebiet pflegt und versteigert. Figuratives Meißen war begehrt. Eine Komödiantengruppe mit Colombine und Pantalone von ca. 1736, die früheste Version der Meißener Serie, brachte schätzungsgemäße 97.250 Pfund, eine extrem selten gesehene Chinoiseriegruppe mit einem chinesischen Fährmann von 1750 vervierfachte die Schätzung mit 46.650 Pfund. Die Auktion brachte über 2 Millionen Pfund, aber 41 Prozent der Lose gingen zurück. Der Markt für Kunsthandwerk ist so selektiv wie immer und konzentriert sich auf das Beste vom Besten.

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