Slowenische Band in Nordkorea
„Unsere Absichten sind rein“

Die Band Laibach soll in Nordkorea auftreten. Die Wahl lässt viele aufhorchen, denn die Musiker spielen mit faschistischer Symbolik. Doch ob es tatsächlich zu dem Auftritt kommt, ist alles andere als gewiss.
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Seoul, Oslo, LjubljanaKaum ein Land weltweit ist so von der Außenwelt abgeschottet wie Nordkorea – auch musikalisch. Selbst die Songs einheimischer Popbands unterliegen staatlicher Kontrolle. Doch nun lässt Diktator Kim Jong Un möglicherweise eine westliche Musikgruppe ins Land: Zum 70. Jahrestag des Endes der japanischen Besatzung im August soll die slowenische Band Laibach zwei Konzerte in Pjöngjang spielen. Nicht nur das Ja zu den Jubiläums-Auftritten, sondern auch die Wahl der Gruppe ist aufsehenerregend. Denn die 1980 gegründete Band ist wegen ihrer nationalistischen Ästhetik umstritten.

Doch die Slowenen wehren sich gegen Kritik, mit ihren Shows das nordkoreanische Regime zu unterstützen. „Wir mischen uns nie in die politischen Verhältnisse der Länder ein, in denen wir auftreten“, sagte Bandmitglied Ivan Novak der Deutschen Presse-Agentur. „Unsere Absichten sind rein und sauber.“ Die Musiker waren in ihren Anfängen für das sterbende kommunistische System in Jugoslawien die pure Provokation – vor allem mit ihren Gigs in Uniformen, die stark auf den Faschismus anspielten.

„Es ist ein einfacher und verständlicher, aber fauler intellektueller Reflex, sie mit Nazismus oder Faschismus gleichzusetzen“, sagt der Künstler Morten Traavik, der die geplanten Auftritte von Laibach organisiert hat. In dieser Hinsicht würden die Band, vom Deutschlandradio einmal als „Rammstein für Erwachsene“ bezeichnet, wie auch das Land missverstanden, meint der Norweger. „Es gibt eine vorherrschende Erzählung über Nordkorea“: Medien seien vor allem daran interessiert, den „Freakshow-Faktor“ zu transportieren – eine robotische Nation, Militärmärsche, ein verrückter Diktator. Das Land habe mehr Facetten.

Ohne Traavik, der sich mit Kunst- und Musikprojekten für den Austausch mit Nordkorea einsetzt, wäre die Planung der Konzerte nicht so weit gediehen. Wegen der Zusammenarbeit mit dem Land ist er in seiner Heimat heftig umstritten, hört deswegen oft Vorwürfe, das Regime zu unterstützen. „Ich bin einfach interessiert, Plattformen für Menschen zu schaffen, sich zu treffen und auszutauschen“, verteidigt er sich.

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„Wir hoffen auf viele westliche Touristen“

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