Sotheby's Bilanz 2013: „Restaurierungsbedürftiges Altmeistergemälde“

Sotheby's Bilanz 2013
„Restaurierungsbedürftiges Altmeistergemälde“

Der Wettbewerb unter den internationalen Auktionshäusern um die beste Ware wird immer teurer. Das spiegelt Sotheby’s Bilanz trotz der Rekordumsätze für 2013. Das Unternehmen muss deshalb mit weiteren Attacken seiner Investoren rechnen.
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LondonSotheby’s meldete zum Jahresabschluss 2013 die erwarteten Rekordumsätze, blieb aber mit seinen Gewinnzahlen hinter den Erwartungen der Analysten zurück und muss weiter mit Trouble von dem Aktivisten-Investor Daniel S. Loeb rechnen. Einschließlich der auf 1,2 Milliarden Dollar gekletterten Privatverkäufe vermittelte der Auktionator 2013 Kunst für 6,3 Milliarden Dollar, ein Allzeitrekord für das Haus. Christie’s Vergleichszahl lag allerdings mit 7,1 Millionen Dollar deutlich höher.

Peinlich für Sotheby’s: Die Rekordversteigerung des „Pink Star“-Diamanten im November in Genf für 76,3 Millionen Schweizer Franken ist durchgefallen, da der New Yorker Diamantenschneider Isaac Wolf, der den Stein ersteigerte, nicht bezahlen konnte. Sotheby’s musste den Diamanten, der durch eine Verkaufsgarantie für den Einlieferer gesichert war, nun selbst in seine Bücher nehmen, und zwar zu einem Preis, der mit  72 Millionen US-Dollar deutlich über dem zunächst angesetzten Schätzwert von 61 Millionen Dollar liegt. Man sei fürs erste mit dieser Bewertung zufrieden, so Sotheby’s Finanzchef Patrick McClymont. „Wir sehen einen echten Wert, den Diamanten zu diesem Preis zu besitzen“.

Wege, um Veränderungen durchzusetzen

Loeb hatte Sotheby’s im Oktober in einer Attacke auf Sotheby’s Präsident und Vorstandsvorsitzenden Bill Ruprecht ein „restaurierungsbedürftiges Altmeistergemälde“ genannt. Nun hat Loeb, der über seine Investment Firma Third Point 9,5 Prozent der Sotheby’s Aktien kontrolliert, sich selbst und zwei Mitstreiter für anstehende Vorstandswahlen nominiert. Ruprechts Direktangebot eines Sitz im Sotheby’s Board mit Sitze in den Personal-, Kontroll- und Finanzausschüssen lehnte Loeb ab. Außer Loeb selbst will Third Point den Chef des Umstrukturierungsspezialisten Maeva Group LLC, Harry Wilson und den Pariser Luxusjuwelier und Designer OIivier Reza ins Sotheby’s Board bugsieren.

„Wir werden uns zum gegebenen Zeitpunkt mit Third Points Nominierungen befassen“, sagte Ruprecht bei einer Telefonkonferenz mit Analysten und bedauerte Loebs Ablehnung. Third Point schlug das Angebot eines Vorstandspostens aus, weil „eine einzige Stimme, die im Boardroom die Interessen der Aktionäre vertritt, unseren Erfahrungen nach nicht ausreichen würde, um Veränderungen bei Sotheby’s durchzusetzen“. Sotheby’s sei über Third Points’ Forderungen genau informiert gewesen. Das Angebot eines einzelnen Sitzes  sei „kein Ernst zu nehmender Versuch, eine Lösung herbeizuführen“.

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