Sotheby's
Einnahmen steigen, aber die Verluste auch

Es gibt Anzeichen für ein verlangsamtes Wachstum. Trotzdem kann Sotheby’s seinen Quartalserlös verbessern. Dagegen stehen höhere Aufwendungen in China und rückläufige Einlieferungen. Einen überraschenden Sprung macht der Anteil an Privatgeschäft.
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LondonBei Sotheby’s stieg der Quartalserlös zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder – trotzdem fiel der übliche Verlust im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr höher aus. Grund ist eine einmalige Steuerrückzahlung im Vorjahr, die die Ergebnisse im letzten Jahr verbesserte. Aber Sotheby’s Bilanz ist nicht schlecht: Auch wenn der Verlust auf 32,6 Millionen Dollar oder 48 Cent pro Aktie stieg, lagen die Einnahmen aus dem Kunstgeschäft mit 68,5 Millionen Dollar um 18 Prozent höher als im Vorjahr. Die großen Auktionen finden im zweiten Quartal im Frühjahr und im vierten Quartal im Herbst statt. Das erste und das dritte Quartal sind für die großen Auktionshäuser traditionell Verlustperioden.

An den asiatischen Reichtum heranpirschen

Wenn die Contemporary-Auktionen mit ihrer Gesamtschätzung von 363 bis 502 Millionen Pfund und ein reichhaltiges Angebot Alter Kunst im Dezember in London die Eisen nicht noch aus dem Feuer holen, dürfte 2012 aber schwächer ausfallen als 2011: Nach neun Monaten lag Sotheby’s Nettoeinkommen um 58 Prozent unter dem Vorjahr. Das Wachstumsgebiet Asien verlangsamt sich, Kommissionen gehen zurück, zusätzliche Kosten entstanden durch den erhöhten Werbeaufwand für den Start von Sotheby’s Joint Venture mit dem Beijinger Auktionshaus GeHua Art Co. Aber auch wenn sich der asiatische Markt verlangsame, übertreffe das Wachstum in Asien bei weitem das im Westen, betonte Sotheby’s Chefmanager Bill Ruprecht bei einer Pressekonferenz. „An diesen Reichtum näher heranzukommen scheint uns für absehbare Zeit das Richtige zu sein.“

Zurückhaltende Prognosen

Ein Grund für die positive Entwicklung auf der Einnahmenseite ist ein überraschender Sprung von 50 Prozent in Sotheby’s Privatgeschäft. Kunden machten zunehmend von der Wahlmöglichkeit Gebrauch, bei Sotheby’s per Auktion oder durch das diskretere private Kunst-Brokering zu verkaufen und zu kaufen, so Ruprecht. Eine Präferenz habe Sotheby’s nicht, entscheidend sei, dass man den Kunden beide Kanäle anbieten könne.

Im Übrigen hielt sich Ruprecht mit Prognosen der Kunstmarktentwicklung auffallend zurück. „Der Kunstmarkt bleibt robust, vor allem an seinem obersten Ende“, betonte er am Vorabend der ehrgeizigen Herbstauktionsserie in New York. Aber seine Einschätzung klang eher abwartend als enthusiastisch, vor allem was den Mittelmarkt angeht. „Wir glauben, dass der Markt sehr offen ist, er scheint ziemlich stabil, mit Preisbewusstsein für Objekte, die nicht gerade die größten Besonderheiten sind“.

Matthias Thibaut ist Korrespondent in London.
Matthias Thibaut
Handelsblatt / Korrespondent

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