Sotheby's
Paris gewinnt an Bedeutung

Sotheby’s baut Paris neben London zum wichtigsten Auktionsplatz in Europa aus. Dahinter steht Guillaume Cerutti, der soeben zu Sotheby's Vizepräsident für Europa ernannt wurde. Konzentration heißt das Zauberwort auch im Auktionshandel. Sotheby’s stärkt in seiner neuen Europa-Strategie Paris, schwächt Italien und Benelux.
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ParisDer Generaldirektor von Sotheby's Frankreich und Monaco, Guillaume Cerutti, ist ab sofort Vizepräsident von Sotheby's Europa. Also « Deputy Chairman ». Der 45-jährige Absolvent der Elite-Verwaltungshochschule ENA (Ecole Nationale d' Administration) verließ vor genau vier Jahren seinen Posten als hoher Beamter des Finanzministeriums, um die Leitung von Sotheby's Frankreich zu übernehmen. Seit 12. September 2011 ist er auch für die Filialen von Sotheby's Holland, Belgien und Italien verantwortlich. Seine Nominierung bedeutet eine weltweite strategische Umstrukturierung und Neugewichtung des internationalen Auktionshauses, denn Sotheby's konzentriert sich auf die vier Versteigerungsorte New York, London, Hongkong und Paris. Die Aufwertung des Platzes Paris wurde bereits Ende 2010 mit der Entscheidung, die Fotografie- und Art déco-Auktionen auf Paris (und New York) zu beschränken, eingeleitet.

Geschickter Strippenzieher

Cerutti, der zur «crème de la crème» der ENA Eliteschule-Absolventen zählt, trug wesentlich zur Anpassung an die Europa-Regelungen und der nötigen neuen gesetzlichen Regelung der französischen Auktionshäuser bei. Diese wurde im Juli verabschiedet und ist seit 1. September gültig. Cerutti kennt die Kollegen in den Ministerien. Er spricht deren Sprache und weiß den Gesetzgeber zu überzeugen. Er macht im Justiz- Finanz- und Kulturministerium ebenso diskrete wie effiziente Lobbyarbeit. So erreichte er die gesetzliche Verankerung der Direktverkäufe von Auktionatoren an Privat (die sogenannten Private Sales),die bis jetzt in Frankreich verboten waren. Sowie eine lockere Regelung für Nachverkäufe von Losen, die während der Auktion keinen Käufer fanden. Die Privat Sales der internationalen Auktionshäuser nahmen weltweit in den letzten Jahren enorm zu. Übrigens zum Ärger der Galeristen, die argumentierten, dass Verkäufe an Privatsammler ihre Aufgabe seien.

Ceruttis Führungsstil gilt seit seiner Zeit als Generaldirektor des Centre Pompidou (von 1996 – 2001) als brilliant, innovativ, aber radikal durchgreifend. Im Rahmen von Sotheby's beobachtete man die Aufwertung seiner Mitarbeiter, von denen einige der besten jungen Spezialisten für verantwortliche Posten nach London und New York wechselten.

 

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  • oje, die Ratten verlassen das sinkende Schiff

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