Sotheby's Quartalsbilanz
Rückläufige Einnahmen aus Aufgeld und Abgeld

Internationale Sammler finden nach wie vor, dass Kunst wichtig für ihr Leben ist. Deshalb kann das Auktionshaus Sotheby’s mit einem Rekordjahr rechnen. Die Ergebnisse für das dritte Quartal 2014 waren jedoch nicht so schillernd wie erwartet.
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LondonSotheby’s gab in den ersten neun Monaten des Jahres 20,1 Millionen Dollar für die Verteidigung seines bestehenden Managements gegen Attacken des Investment-Aktivisten Daniel Loeb aus. Das bestätigte Finanzchef Patrick McClymont auf einer Konferenzschaltung zur Diskussion von Sotheby’s jüngstem Quartalsergebnis. Der Betrag stellt fast die Hälfte von Sotheby’s Nettoeinkommen in diesem Zeitraum dar. Der Kampf endete mit einer „gütlichen“ Einigung. Sotheby’s Chefmanager Bill Ruprecht behielt seinen Job, Loeb und zwei seiner Mitstreiter erhielten Sitze in einem erweiterten Aufsichtsrat und außerdem wurden Loeb Kosten von rund 10 Millionen Dollar erstattet. Sotheby’s Aktie fiel nach einem Anstieg wegen einer erwarteten Übernahmeschlacht zurück.

Die globale Nachfrage nach Kunst bleibe „ziemlich robust“, erklärte Sotheby’s Chef Bill Ruprecht, der mit einem Rekordjahr rechnen kann. „Die globale Schöpfung von neuem Wohlstand ist eine Story, die weitergeht. Die Menschen finden, dass große Kunstwerke relevant für ihr Leben sind“, so Ruprecht. Aber die Rekordauktionen des Herbstes in London und New York im Oktober und November sind in den Ergebnissen für das dritte Quartal nicht berücksichtigt, auch nicht die New Yorker Moderneauktion am 4. November 2014 mit einer Gesamteinnahme von 422 Millionen Dollar.

Schwache Herbstauktionen in Hongkong

Unter den guten Nachrichten, die Ruprecht für seine Aktionäre hatte, waren steigende Auktionsumsätze von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr in den ersten neun Monaten des Jahres und eine trotz des Marktwachstums straffe Kontrolle der Kosten . Das deutet auf ein Rekordjahr für 2014 hin. Aber Sotheby’s Einnahmen im auktionsarmen dritten Quartal gingen gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent zurück. Nur mit Hilfe straffer Kostenkontrolle und einer Steuerrückzahlung konnten die im Sommerloch üblichen Betriebsverluste gegenüber dem Vorjahr um 7,8 Millionen Dollar oder 19 Prozent gesenkt werden.

Schwächesignale von den Hongkong-Auktionen wischte der Sotheby’s Chef beiseite. Die Herbstauktionen waren mit einem Gesamtumsatz von 327 Millionen Dollar die schwächsten seit Jahren. An einer sinkenden Nachfrage aus China liege es nicht, denn im laufenden Jahr sei der Wert von Kunst, den Sotheby’s an Festlandchinesen verkaufte, um 48 Prozent gestiegen. Dies bezieht sich vor allem auf das wachsende Engagement chinesischer Sammler in den Auktionen von Alten Meistern, moderner und zeitgenössischer Kunst im Westen. „Wir sehen eine ziemlich starke Nachfrage; es ist die Angebotsseite, die frustrierenderweise gelegentlich eine Herausforderung für uns ist“, fasste Ruprecht die Lage zusammen.

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