Sotheby's
Verlustreiches Quartal

Das börsennotierte Auktionshaus Sotheby's gibt für das vierte Quartal 2015 ein Minus in einer Höhe von bis 19 Millionen Dollar bekannt. Erstmals seit Jahrzehnten soll keine Dividende ausgeschüttet werden.

LondonIn Sotheby’s Bilanz des vierten Quartals 2015 ziehen nicht die Gewinne, sondern signifikante Verluste die Aufmerksamkeit von Kunstfreunden und Investoren auf sich. Es gibt mehrere Verlustfaktoren.

Die Auktion der Sammlung A. Alfred Taubman in New York, die mit den höchsten Garantien der Auktionsgeschichte versehen war, erfüllte die Erwartungen nicht und kostete zu viel Geld. Die Garantie von 515 Millionen Dollar für die Sammlung des im letzten Jahr verstorbenen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Hauses führte zu einem erwarteten Verlust von 12 Millionen Dollar. Signifikanter jedoch schlagen sich Einkommenssteuerzahlungen nieder. Deren noch nicht genau beziffertes Volumen dürfte zwischen 63 und 68 Millionen Dollar liegen. Ferner wirken sich 37 Millionen Dollar Kosten aus Kündigungsvereinbarungen auf die Bilanz aus. Das Haus will die Zahl seiner Angestellten um weltweit fünf Prozent reduzieren. Vom Nettoeinkommen von 74 Millionen Dollar im Vorjahrsquartal ist Sotheby’s also weit entfernt.

Keine Dividende

Für die Anleger ist das keine gute Zeit; CEO Tad Smith hat angekündigt, dass zum ersten Mal seit Jahrzehnten keine Dividende an die Anleger ausschüttet wird. Das eingesparte Geld (27 bis 28 Millionen Dollar) soll dazu verwendet werden, um Aktien des Hauses verstärkt zurückzukaufen.

Sotheby’s wollte dem Rivalen Christie’s die Taubman-Sammlung unbedingt abjagen und begab sich damit bewusst in eine finanzielle Risikolage. Obwohl der Vorstand die Einzigartigkeit dieser Entscheidung betont, beunruhigt die Einschätzung der Gesamtbilanz 2015 doch. Die Investoren wurden auf einen Einkommensrückgang von 118 Millionen in 2014 auf eine Summe vorbereitet, die für das Jahr 2015 zwischen 36 und 45 Millionen liegen wird.

Glaube an die Widerstandsfähigkeit

Der neue CEO Tad Smith gibt sich dennoch optimistisch. Er betont die Widerstandsfähigkeit der Firma auch bei einer möglichen Schwächung des Marktes. Das Haus wird Eigenanteile im Wert von 325 Millionen Dollar zurückkaufen, ein Schachzug, der trotz des hohen Steuersatzes in den USA gerade vom Vorstand bewilligt wurde. Es wird darüber hinaus Auslandseinkünfte im Wert von ungefähr 381 Millionen Dollar in die USA zurückführen, um dort größere Liquidität zu besitzen. Das ist auch bitter nötig, denn gerade erst hat Sotheby’s für 50 Millionen Dollar die Beratungsfirma „Art Agency, Partners“ eingekauft. Die neue Fine Art Division soll vor allem im seit Jahren wachsenden Privatverkauf und in der Kunstberatung aktiv werden.

Sotheby’s Gesamtbilanz folgt im Februar.

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