Sotheby's
Wachstum trotz stagnierender Auktionsumsätze

Sotheby’s schließt das zweite Quartal mit einem Betriebsgewinn. Allerdings sind die Einnahmen aus Auktionen leicht rückläufig. Ausnahmen machen die Bereiche Impressionismus, Moderne und zeitgenössische Kunst. Im scharfen Wettbewerb um Einlieferer sinken die Gebühreneinnahmen.
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Nach der Erhöhung des Käuferaufgelds im März hat Sotheby’s im zweiten Quartal 2013 das erwartete Einnahmeplus eingespielt. Das erste Quartal schloss mit einem Betriebsverlust: Der Betriebsgewinn lag mit 91,7 Millionen Dollar um sieben Prozent über dem Vorjahresergebnis, obwohl die Auktionsumsätze – letztlich das beste Maß für die Aktivität der Kunstmärkte – im Quartal mit 1,65 Milliarden Dollar etwas unter dem Vorjahresergebnis lagen und etwas weniger Werke über einer Million Dollar versteigert wurden. Im zweiten Quartal waren es 243 gegenüber 251 Millionenobjekten im Vorjahreszeitraum. Direktverkäufe durch Privatvertrag steigen weiter.

Sotheby’s Chefmanager Bill Ruprecht betonte in einer Bilanzpressekonferenz das starke Fundament des börsennotierten Auktionators, ließ aber auch durchblicken, dass es im Kunstmarkt trotz der globalen Expansion vor allem in den Spitzenauktionen enger wird: „Bedeutendes Umsatzwachstum in den Auktionen gibt es nur in den Bereichen Impressionismus, Moderne und zeitgenössische Kunst, wo der Markt stark bleibt, wir aber in heftigem Wettbewerb um die hochwertigen Einlieferungen liegen und deshalb niedrigere Gebühreneinnahmen erzielen".

Rekordumsätze erwartet

Das Paradox: Auf dem Tiefpunkt nach dem Crash lagen Sotheby’s Gebühreneinnahmen bei bis 21 Prozent. Nun liegen sie bei maßvollen 15,9 Prozent (zuvor 15,3 Prozent), weil die Auktionshäuser bei den Topeinlieferungen starke Abstriche machen müssen.

Trotzdem könnte 2013 ein Umsatzrekordjahr werden. Sotheby’s verkaufte im ersten Halbjahr 2013 zusammen mit seinen Handelsaktivitäten durch Privatverträge Kunst für 3,14 Milliarden Dollar, gegenüber 3 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr 2012. Christie’s meldete im Juli ein Allzeit-Rekordergebnis von 3,68 Milliarden Dollar.

Matthias Thibaut ist Korrespondent in London.
Matthias Thibaut
Handelsblatt / Korrespondent

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