Sotheby's
Weniger Einlieferer drücken den Umsatz

Sotheby’s Halbjahresbilanz offenbart: Trotz unsicherer Wirtschaftslage bleibt die Nachfrage nach Kunst bemerkenswert. Demgegenüber steht ein knapperes Angebot. Unter dem Strich hat Sotheby’s deshalb weniger verkaufen können als 2011. Ausbaufähig ist das Geschäft mit Luxusgütern, insbesondere in Asien. Aufgrund dessen wird in die Niederlassungen im Fernen Osten investiert. Sotheby's reagiert auch auf den wachsenden Bedarf für Kunstkredite.
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LondonMehr Dividende, weniger Profit, das ist für Sotheby’s Aktionäre die Bilanzbotschaft des ersten Halbjahres 2012. Ein Zeitraum, in dem der Kunstmarkt vom Volumen her abspeckte und Sotheby’s Marktanteile an Christie’s verlor, seine Dividende pro Aktie aber von 10 auf 16 Cent erhöht. Denn auch wenn das Auktionsangebot dünner war als im Rekordjahr 2011, die Grundlagen des Auktionsmarktes sind robust. „Wir haben um einiges weniger verkauft als im letzten Jahr, das ist die ganze Story“, sagte Sotheby’s Chef William Ruprecht in der Bilanzpressekonferenz.

Die Umsatzzahlen, für die sich Kunstmarktbeobachter mehr interessieren als für den Profit, wurden im Pressematerial gar nicht genannt und müssen im Bilanzbericht ausgegraben werden: Knapp 3 Milliarden Dollar – eine halbe Milliarde weniger als Konkurrent Christie’s im Juli bekannt gab (http://www.handelsblatt.com/panorama/kunstmarkt/christies-der-marktanteil-am-privatgeschaeft-waechst/6892302.html) und gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 13 Prozent. Dabei machen die Privatverkäufe nun einen Anteil von 514 Millionen Dollar aus. Sie sind um 14,5 Prozent gestiegen, signifikanterweise die einzige schwarze Schlüsselzahl in der Bilanz.

Das Geschäft bleibt profitabel

Aber die Messlatte lag hoch, denn 2011 hatte Sotheby’s in einem exzeptionellen zweiten Quartal mit einer Umsatzsteigerung von 48 Prozent das beste Ergebnis der 265-jährigen Firmengeschichte eingefahren. In der Krise bleibt Kunst ein besonders beglückendes Gut und wird nur aus zwingendem Grund verkauft. Die Folge: Sotheby’s Vorsteuergewinn ging trotz Schlagzeilenverkäufen wie Munchs „Schrei“ für 120 Millionen Dollar im ersten Halbjahr um knapp 40 Prozent von 181 Millionen Dollar auf 109 Millionen zurück.

„Die Nachfrage bleibt bemerkenswert. Auf der Nachfrageseite gab es keine Verschlechterung trotz der volatilen Wirtschaftslage. Das Angebot von Kunst dagegen ist Schwankungen unterworfen“, beschreibt Ruprecht die Situation. So gesehen kann sich der Kunstmarkt doch nicht über die globale Wirtschaft erheben. In Asien schlägt die wirtschaftliche Verlangsamung am direktesten auf den Kunstmarkt durch, „aber das Geschäft bleibt sehr profitabel mit einer Fülle von Chancen mit neuen, wohlhabenden Sammlern“.

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