Spacey macht auch heute nie das, was seine Umwelt von ihm erwartet: Hollywoods größter Freak

Spacey macht auch heute nie das, was seine Umwelt von ihm erwartet
Hollywoods größter Freak

Kevin Spacey ist Schauspieler, Regisseur und Produzent. Und macht immer alles anders, als die Filmkritiker erwarten.

Als Kevin Spacey Fowler ein kleiner Junge war, zündete er eines Tages das Baumhaus seiner Schwester an. Seine Eltern, Marke besorgte bürgerliche Mittelschicht, schickten ihn auf eine Militärschule. Der kleine Kevin sollte Disziplin lernen. Doch weit gefehlt. Wenige Monate später flog er von der Schule. Er hatte einem Mitschüler einen Autoreifen an den Kopf geschleudert.

Schauspieler Kevin Spacey macht auch heute nie das, was seine Umwelt von ihm erwartet. Der 45-Jährige aus New Jersey ist Hollywoods größter Freak. Er lässt sich in keine Schublade packen, entzieht sich Zuordnungen wie ein glitschiger Fisch dem Griff. Und kein Klatsch weit und breit: keine Frauengeschichten, keine Drogenstorys, keine Set-Skandale.

Über sein Privatleben schweigt er wie ein Grab. „Nicht, weil ich mich mit einem geheimnisvollen Schleier umgeben will“, sagt er. „Ich kann in meinen Rollen umso überzeugender wirken, je weniger man über mich weiß.“ Dieses Erfolgsgeheimnis hat dem 45-Jährigen zwei Oscars eingebracht.

In „The Usual Suspects“, für den er seinen ersten Oscar erhielt, war er der unterbelichtete Kleinkriminelle, der sich als eiskaltes Schlitzohr erwies. In seinem zweiten Oscar-Werk „American Beauty“ spielte er einen Familienvater, den Glückssuche und Langeweile auffressen. Und in der Verfilmung des Bestsellers „Schiffsmeldungen“ verlieh der eher schmächtige Spacey dem riesenhaften, grobschlächtigen Helden Quoyle aus E. Annie Proulx’ preisgekröntem Roman Gestalt.

Spacey dreht sein eigenes Ding. Bisweilen ist es so eigen, dass er alles selber machen muss. Seinen jüngster Film „Beyond The Sea“, der im Panorama-Programm der Berlinale läuft, stellte der Star persönlich auf die Beine. Er schrieb das Drehbuch, produzierte, führte Regie und spielt die Hauptrolle.

Und wieder überrascht er sein Publikum: In der Rolle des Sängers Bobby Darin ist er als geschmeidiger Lebemann zu sehen. Sein Film führt auf recht vergnügliche Weise sein ureigenes Paradox vor Augen: Spacey hat das Gesicht einer alten Frau, hängende Schultern und Haarausfall. Dennoch ist er kein trauriger Komiker, sondern ein eloquenter Verführer mit beträchtlichem Sexappeal.

Zumindest ein wenig davon hat mit dem echten Kevin Spacey zu tun. „Das Leben selbst“, so der Schauspieler, „wird ja durch einen Schauspieler gefiltert und infiziert so eine Theater- oder Filmarbeit.“ Deshalb, sagt er, streife er am Abend seinen Job ab und gehe ein Bier trinken. „Ich will, dass das wahre Leben andauernd passiert.“

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