Spanischer Autor
Jorge Semprún in Paris gestorben

Die spanischsprachige Welt trauert um einen ihrer großen Autoren: Jorge Semprún starb im Alter von 87 Jahren in Paris. Der Spanier zeichnete sich trotz grausamer Erfahrungen im KZ Buchenwald stets durch Optimismus aus.
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Jorge Semprún war trotz seiner Leiden im Konzentrationslager Buchenwald zeitlebens ein Optimist. „Ich könnte stundenlang davon berichten, zu welchen Grausamkeiten der Mensch fähig ist“, sagte der am Dienstag im Alter von 87 Jahren in Paris gestorbene spanische Autor einmal. „Aber was soll's? Ich habe auch erlebt, wie ein Mann einem Mitgefangenen ein Stück Brot abgab, weil dieser schwächer war. Ich erzähle lieber von solchen Begebenheiten.“

Semprún, von 1988 bis 1991 Kulturminister seines Landes, hatte dem Kommunismus vor Jahrzehnten abgeschworen, seinen rebellischen Charakter aber nicht abgelegt. „Wenn ich noch einmal 20 Jahre alt wäre, dächte ich nicht mehr an die kommunistische Revolution“, sagte er der Zeitung „El Periódico“. „Ich richtete im Internet einen Blog ein und verbreitete aufrührerische Ideen.“

Der Schriftsteller, 1994 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet, war ein Pendler zwischen Literatur und Politik. Er stammte aus einer angesehenen Madrider Familie, ein Großvater war spanischer Ministerpräsident, ein Onkel Innenminister. 1939 flüchtete Semprún vor dem Franco-Regime nach Frankreich. Dort schloss er sich der Résistance gegen die Nazis an. 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet und ins KZ Buchenwald verschleppt.

Die Deportation in einem Viehwaggon und die Gefangenschaft arbeitete er in den Romanen „Die große Reise“ (1963) und „Was für ein schöner Sonntag“ (1980) literarisch auf. „Ich bin weder Schriftsteller noch Politiker. Ich bin nur ein Überlebender von Buchenwald“, sagte Semprún einmal. Einem breiteren Publikum wurde er als Filmautor bekannt. Er schrieb die Drehbücher für Streifen wie „Z“ von Costas Gavras oder „Der Krieg ist aus“ von Alain Resnais.

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