Spider-Man-Musical
Broadway-Premiere mit einem Jahr Verspätung

Das Spider-Man-Musical "Turn Off The Dark" feierte am Broadway mit einem Jahr Verspätung Premiere und trägt nach zahlreichen schlagzeilenträchtigen Problemen die schwere Bürde, das weltweit teuerste Musical zu sein.
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New YorkDas angeblich teuerste Musical in der Geschichte des Broadway, „Spider-Man: Turn Off The Dark“, hat in New York seine Premiere gefeiert. Mit mehr als einem Jahr Verspätung wartete die erste Vorführung der Musical-Version der Comic-Reihe auf, wie die „New York Times“ am Mittwoch schrieb. Zu den Gästen der ersten offiziellen Vorführung zählten Ex-Präsident Bill Clinton und seine Tochter Chelsea, Star-Komponist Andrew Lloyd Webber, Regisseur Spike Lee, Tennislegende John McEnroe, Comedian Steve Martin und die Schauspieler Liam Neeson und Matt Damon.

Das Musical kämpfte seit seiner ersten Probevorführungen vor sieben Monaten immer wieder mit schlechten Kritiken von Presse und Zuschauern. Nach einem Produktionskostenrekord von 75 Millionen Dollar (etwa 52,5 Millionen Euro), 183 Previews, zahlreichen Pannen, Unfällen und dem Rauswurf der Regisseurin Julie Taymor im März wurden Handlung und Musikpartien in den vergangenen Monaten teilweise umgeschrieben.

Trotz der Spannungen im Vorfeld zeigte sich das gesamte Spider-Man-Team am Premierenabend versöhnlich. „Wir wollten etwas auf die Beine stellen, was vor uns noch keiner versucht hat. Und das ist nun mal sehr schwierig“ sagte Taymor auf dem roten Teppich. Nach der Show erntete die Regisseurin Jubel-Rufe aus dem Publikum und Küsse von den U2-Musikern Bono und The Edge, die die Musik für das Musical geschrieben hatten.

Nach dem Rauswurf der Regisseurin Julie Taymor durch die Produzenten Michael Cohl und Jeremiah J. Harris übernahm Philip William McKinley ihre Arbeit. Rechtzeitig vor der Premiere kam es nun zu Versöhnungsgesten. Bono selbst lud Taymor zur Premiere ein. „Wir lieben Julie und haben das immer getan“, sagte Bono vor dem Foxwoods Theatre. „Als Künstler waren wir uns sehr, sehr nahe. Sie hat ihr ganzes Leben in dieses Projekt gesteckt“, sagte er. Auch Taymor äußerte sich versöhnlich. Die Show sei der Versuch, etwas Anderes und Schwieriges zu machen. „Ich freue mich riesig, heute Abend hier zu sein. Ich bin sehr stolz darauf.“

Auf die Frage, was er aus dieser Broadway-Show gelernt habe, erklärte Produzent Michael Cohl lächelnd: „Es ist viel schwieriger, als ich erwartet hatte.“ Auch Bono räumte ein, „es ist härter, als man denkt“, ein Musical zu schreiben. Jetzt aber sei es an der Zeit, nach vorne zu blicken. „Die Dinge waren chaotisch. (...) Jetzt muss man die Vergangenheit vergessen. Ich denke, es (das Stück) hat eine sehr, sehr gute Zukunft.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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