Spiel des Jahres
"Qwirkle" gewinnt die Lizenz zum Gelddrucken

Das jeweilige Spiel des Jahres ist wie eine Lizenz zum Gelddrucken: Seit seiner erstmaligen Kür 1979 verkaufte es sich millionenfach. 2011 hat das Taktikspiel "Qwirkle" den
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BerlinFür die eingeschworene Spiele-Gemeinde sind ihre Tipps so etwas wie die Bestseller-Listen für Leseratten, und deshalb ist die Auszeichnung als Spiel des Jahres bares Geld wert. In diesem Jahr darf sich "Qwirkle" freuen, ein Spiel, dessen Name kompliziert wirkt, dessen klare Gestaltung und einfache Regeln aber den Ausschlag gaben. Mit diesem Erfolgskonzept hat sich das Holzspiel nämlich gegen seine beiden Konkurrenten als „Spiel des Jahres 2011“ durchgesetzt. „Qwirkle“ mit 108 schwarz lackierten und bunt verzierten Holzsteinen erkläre sich nahezu selbst und ziehe alle Generationen in seinen Bann, hob die Jury am Montag in ihrer Begründung hervor.

Die US-Erfinderin Susan McKinley Ross lüftete das Rätsel, was ein „Qwirkle“ ist. „Das bedeutet im Amerikanischen ein bisschen fremdartig, komisch, anders“, sagte sie in Berlin.

Im 33. Jahrgang der Preisvergabe kreierte die Jury auch einen neuen Preis: das Kennerspiel des Jahres. Damit sollen Spieler angesprochen werden, die sich kompliziertere Regeln, mehr Material und mehr Spielvarianten wünschen, sagte der Jury-Vorsitzende Tom Felber. Der neue Preis solle aber dem „Spiel des Jahres“ nicht die Show stehlen, sondern sich dezent im Hintergrund halten. „Die Trennlinie ist ganz klar der Aufwand: bei der Gestaltung wie beim Spielen.“ Ausgezeichnet wurde „7 Wonders“.

Nominiert als "Spiel des Jahres" waren außerdem die Strategiespiele „Asara“, in dem die Spieler im Wettstreit „das Land der 1.000 Türme“ aufbauen sowie „Die verbotene Insel“, bei dem vier Artefakte von einem untergehenden Eiland gerettet werden müssen. Jury-Präsident Felber bezeichnete die eingereichten und vornominierten Spiele als einen der stärksten Jahrgänge in den vergangenen zehn Jahren. Sowohl bei der Gestaltung wie beim Aufbau hätten Erfinder und Illustratoren häufig die üblichen Bahnen durchbrochen. Das Kinderspiel des Jahres wird Anfang August in Hamburg gekürt. Die Auszeichnungen sollen das Spiel als Kulturgut in der Gesellschaft und Familie fördern.

„Qwirkle“ erinnert vom Spielaufbau sowohl an Rummycub als auch an Domino. Die Spieler können aus Steinen mit verschiedenen Farben und verschiedenen Symbolen wählen. Es dürfen entweder gleiche Symbole in unterschiedlichen Farben oder unterschiedliche Symbole in einer Farbe aneinandergelegt werden. Eine vollständige Sechserreihe ist ein „Qwirkle“.

Schwieriger ist ein Erfolg bei „7 Wonders“ zu erzielen. Bis zu sieben Spieler müssen im Verlauf von drei Zeitaltern eins der sieben Weltwunder errichten. Die Bauherren müssen Rohstoffe zum Bauen anhäufen, mit ihren Nachbarn handeln und die Wissenschaft vorantreiben. Die Spieler fühlten sich wie wahre Herrscher, wenn sie ihr Reich bauten, fand die Jury.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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