Spock wendete seinen berühmten Nackengriff 41 mal an
Star Trek ist jetzt tot, Jim

Die Serie „Enterprise“ wird abgesetzt. Den Fans bleibt nun die Erforschung des Kults. Und bei dem spielt das stets Wiederkehrende eine Rolle, auch wenn es manchmal nervt. Der erste Offizier Mister Spock würde das jetzt wohl „faszinierend“ finden.

FRANKFURT. So ist das in vielen Familien. Die Oma sagt immer: „Wir hatten ja nix. War ja Kriech.“ Und beim Cousin fängt jeder Satz mit „Also, ich sach jetzt mal...“ an. Das stets Wiederkehrende, es kann nerven. Und hat trotzdem angenehme Seiten. Es vermittelt uns das wohlige Gefühl der Vertrautheit. Freunde der TV-Serie „Raumschiff Enterprise“ kennen dieses Gefühl. Es kommt auf, wenn Schiffsarzt Dr. Lennart McCoy („Pille“) von am Boden liegenden Kameraden zu Captain Kirk aufsieht und sagt: „Er ist tot, Jim.“

In den 79 Folgen der 1966-1969 gedrehten Originalserie kommt dieser Satz – in Variationen (zum Beispiel „Jim, er ist tot“ oder „Er ist tot“) – insgesamt 26 mal vor. Derlei Erkenntnisse verdanken wir Malte Kirchner und Matthias Weber vom „Deutschen Star Trek Index“. Die Gründer der Website »www.startrekindex.de untersuchen Stereotypen bei „Star Trek – The Original Series“, wie die Serie in den USA heißt. Darunter sind Pilles Exitus-Diagnosen noch nicht mal das bekannteste Stereotyp. So hat Weber herausgefunden, dass der erste Offizier Mister Spock insgesamt 124 mal „faszinierend“ sagt. Der Hinweis, dass es etwas „unlogisch“ ist, erfolgt aus Spocks Mund 35 mal. So findet Spock es zum Beispiel in der Folge „Das Letzte seiner Art“ unlogisch, dass ein Kommunikations-Offizier das Wort Kommunikation nicht mehr hören kann.

Eher als Randnotiz ist zu erwähnen, dass Spock seinen berühmten Nackengriff 41 mal anwendet. Erstaunlicherweise ist die Hauptfigur Kirk nicht so anfällig für stereotypen Verhaltensweisen. Nur seine in sieben Episoden zerrissenen Shirts sind erwähnenswert, eine Folge der obligatorischen Faustkämpfe, an denen Kirk fast immer beteiligt ist. Schiffsarzt Pille ist im Gegensatz zu Kirk sehr anfällig für stereotypes Verhalten. Viele seiner Sätze fangen mit „Ich bin Arzt, Jim, und kein...“ an. Hierauf werden verschiedene Berufe genannt, die Pille laut eigenem Bekunden nicht beherrscht. In der Folge „Horta schützt ihre Kinder“ geht es etwa darum, ein intelligentes Steinmonster zu heilen. Darauf Pille: „Ich bin Arzt und kein Maurer“.

In vielen Folgen wird Pilles Abneigung gegen das Beamen thematisiert. „Ich habe mich auf dieses Schiff gemeldet, um Medizin zu praktizieren und nicht, um meine Knochen im Weltraum umherbeamen zu lassen“, lautet ein typischer Pille-Satz, mit dem er sein Unbehagen über das Dematerialisieren seines Körpers äußert. Wenn Pille sich dann doch mal wieder glücklich auf einem Planeten materialisiert hat, darf er nach dem Tod des ersten Rothemden garantiert „Er ist tot, Jim“ sagen. Hierzu muss man wissen, dass in einer idealtypischen Originalfolge (Kirk, Spock und Pille lassen sich auf einen fremden Planeten beamen) immer zwei oder drei „Rothemden“ dabei sind. Das sind Sicherheitsmänner der Enterprise, die nur mit Allerweltsnamen wie „Miller“ oder „Wilson“ angeredet werden. Mehr muss auch niemand wissen, denn die einzige Aufgabe der Rothemden ist es, zu sterben.

Weber hat ermittelt, dass in der Originalserie insgesamt 30 Rothemden, meist durch die Einwirkung von Aliens sterben. Ein Schicksal, das gemäß einer Mitteilung des Networks UPN und von Paramount Network Television jetzt auch die aktuelle Serie „Star Trek: Enterprise“ ereilen wird. Sie ist nach „The Next Generation“, „Deep Space Nine“ und „Voyager“ der vierte Ableger der Originalserie von Gene Roddenberry und zeitlich in deren Vergangenheit platziert. Die Dreharbeiten sollen bis zum Staffelfinale weitergeführt werden, das am 13. Mai ausgestrahlt wird. Star Trek ist tot, Jim.

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