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Banken sonnen sich im Glanz der Kunst

Die Londoner Kunstmesse zieht Prominenz an: Model Claudia Schiffer, Popstar Lilly Allen und Hedge-Fonds-Milliardär Steven Cohen haben die Frieze besucht. Die Deutsche Bank setzt als Hauptsponsor auf diesen Glamour - wie viele andere Banken und Unternehmen. Wie die Wirtschaft sich im Glanz der Kunst sonnt.
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LONDON. Claudia Schiffer war da, der Popstar Lilly Allen schlenderte ebenfalls durch die Gänge und auch Hedge-Fonds-Milliardär Steven Cohen schaute sich nach neuem Wandschmuck um. Die Frieze Art Fair im Londoner Regents Park gilt seit Jahren als eines der glamourösesten Ereignisse im Kalender der britischen Hauptstadt.

Die Mischung aus Prominenz, Kunst und Kommerz lockt auch die Deutsche Bank an. Vor sieben Jahren hatte Pierre de Weck, verantwortlich für das Geschäft mit den reichen Privatkunden, die Idee, die damals noch junge und wilde Messe für Gegenwartskunst zu sponsern.

Denn auch in Sachen Kunst ist die Konkurrenz unter den Banken hart. Das Schweizer Geldhaus UBS hatte sich bereits die beiden Großmessen Art Basel und Art Basel Miami gesichert. Da wollte die Deutsche wenigstens in London Flagge zeigen. 2010 stiegen die Frankfurter als Hauptsponsor auch noch bei der Art Hongkong ein.

Wie viel Geld das Engagement für die Kunst kostet, wollen die Deutsch-Banker nicht verraten, aber mit den Werten, für die die Frieze steht, schmückt sich das Geldhaus gerne. Die Banker hoffen, dass Sujets wie Globalität, Offenheit, Innovation und schlicht Coolness auf die eigene Marke abfärben.

Gestern feierte die Deutsche ihre eigene Frieze-Party, auf der de Weck den Preis für den Künstler des Jahres an die in Paris und Tanger aufgewachsene Yto Barrada verlieh. "Für uns ist das ein ideales Umfeld um uns wichtigen Kunden zu präsentieren", meint der Banker.

Das Modell ist nicht gerade neu. Der viktorianische Industrielle Henry Tate machte seine Millionen als Erfinder des Zuckerwürfels. Unsterblichen Ruhm erlangte er aber als Mäzen der Malerschule der Präraffaeliten. Noch zu seinen Lebzeiten vermachte er dem britischen Staat rund 80 Werke von Künstlern wie John Everett Millais und Dante Gabriel Rosetti. Mit einer Zuwendung von 8 000 Pfund verschaffte er den Bildern auch eine Heimstatt, die Tate Gallery.

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  • Guten Tag,..... in dem Saftladen in dem ich mein Leben verhundst habe sind die bilder an der Wand mehr wert als die ganze bank. besten Dank

  • banken sind mit ihren geschenkten Spielgeld immer da wo es blasen aufzupumpen gibt, und die blase im Kunstmarkt ist gigantisch wie jeder weiß.

    Um so mehr erfreut es mit Schadenfreude, wenn jemand dieser in künstlerischem gänzlich Unerfahrenen sein Spielgeld weggenommen bekommt von klügeren, z.b. Wolfgang und Helene mit ihren Campendonks. Denn nur wer mehr bezahlt als es wert ist, kann auf Fälscher reinfallen. Wäre das Gemälde selbst wert, wäre es egal, wer es gemalt hat.

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