Sport
Als die Basketball-Regeln auf zwei Seiten passten

Das Auktionshaus Sotheby’s versteigert die Zettel von 1891, auf denen der Sportlehrer James Naismith das Spiel erfand. Nur 13 Regeln waren darauf getippt, sie wurden in der Sporthalle aufgehängt. Der Schätzpreis ist hoch, weil eine weltweite Erfolgsgeschichte hinter den unscheinbaren Seiten steht.
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DÜSSELDORF. James Naismith wollte seine Schüler am YMCA in Springfield (Massachusetts) auch in den langen Wintermonaten in Bewegung halten, wenn sie draußen nicht Baseball oder Fußball spielen konnten. Und so dachte sich der 30-jährige Sportlehrer, der spätere Mediziner und Priester der Presbyterianer, Basketball als Hallen- und Teamspiel aus, das nicht so aggressiv ist wie American Football und weniger Verletzungsrisiken birgt.

„First draft of basket Ball rules, Hung in the gym that the boys might learn the rules – Dec 1891“, diese Aufforderung, sich die 13 getippten Regeln anzueignen, hängte Naismith in der Sporthalle auf. Heute umfassen die offiziellen Spielregeln 80 Seiten.

Am 10. Dezember werden Naismiths Kernüberlegungen in New York versteigert. Sotheby’s betrachtet das zweiseitige Typoscript als „Magna Charta“ der Sportgeschichte und der amerikanischen Kultur. Deshalb haben seine Experten das stets in der Naismith-Familie bewahrte Regelwerk auf 2 Mio. Dollar taxiert. Sein Erlös kommt der Naismith International Basketball Foundation zugute.

Der Schätzpreis ist auch deshalb so hoch, weil eine weltweite Erfolgsgeschichte hinter den unscheinbaren Seiten steht. Das Mannschaftsspiel mit je fünf Spielern, die ohne körperlichen Kontakt mit dem Gegner Bälle in Körbe werfen müssen, spielen heute laut Weltbasketballverband Fiba schon 450 Mio. Menschen.

Naismith hatte mit seiner Spielerfindung nicht nur bei seinen Schülern großen Erfolg, sondern überall in Amerika und der ganzen Welt. 1892 wurden die Regeln für Frauen modifiziert, 1895 fingen Chinesen an zu dribbeln und zu werfen, 1932 die Deutschen. Seit 1936 ist Basketball olympische Disziplin. Dass die Körbe in 3,05 m Höhe angebracht werden, liegt an der Höhe der Empore, an der der Hausmeister 1891 die beiden Pfirsichkörbe befestigte.

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