"Sprache kann nicht von Politik verordnet werden"
Weiss für Änderungen an Rechtschreibreform

Nach zahlreichen Ministerpräsidenten der unionsregierten Länder hat erstmals auch ein Mitglied der Bundesregierung Änderungen an der Rechtschreibreform gefordert: Kultur-Staatsministerin Weiss.

HB BERLIN. Kulturstaatsministerin Christina Weiss ist dafür, dass die Rechtschreibreform geändert wird. Sie rief die Ministerpräsidenten der Länder dazu auf, sich erneut mit den neuen Schreibregeln zu befassen. Weiss sagte «Bild am Sonntag», es gebe zahlreiche Einwände gegen die Reform. Diese sollten die Politiker ernst nehmen.

Es wäre ein Fehler, neue Schreibregeln gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen, sagte Weiss. Die parteilose Politikerin ist damit das erste Mitglieder der Bundesregierung, das Änderungen an der Reform gefordert hat. Zuvor hatten bereits mehrere Ministerpräsidenten der unionsgeführten Bundsländer heftige Kritik an den Rechtschreibregeln geübt.

Weiss sagte dem Blatt, alle Regierungschefs der Bundesländer sollten sich noch einmal zum Thema Rechtschreibreform beraten, um «unsinnige Neuerungen wie die verwirrende Getrenntschreibung rückgängig zu machen». Sprache könne nicht von der Politik verordnet werden, sondern sollte von Experten beobachtet und weiterentwickelt werden.

Die Übergangsphase, nach der die neue Rechtschreibung für alle Schüler uneingeschränkt verbindlich ist, endet am 31. Juli 2005.

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