Stadt will im Streit nicht einlenken
Unesco setzt Dresden letzte Frist

Der Streit um die Waldschlößchenbrücke geht weiter: Die Unesco hat der Stadt Dresden nun eine letzte Frist gesetzt. Das Welterbekomitee fordert, den Bau der Brücke im Elbtal umgehend zu stoppen. Andernfalls werde Dresden in einem Jahr der Welterbetitel aberkannt. Doch die Stadt bleibt stur.

HB DESDEN/QUEBEC. Die Stadt will dennoch am Brückenbau festhalten. Auch die neue Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) zeigte sich nicht kompromissbereit. Damit wird der Titelverlust immer wahrscheinlicher. Die Unesco entschied auf ihrer Tagung im kanadischen Quebec, das Dresdner Elbtal vorerst nicht von der Liste der Welterbestätten zu streichen. Dresden solle noch etwas Zeit gegeben werden, hieße es.

Die Kritiker des Vorhabens müssten eine Chance haben, sich durchzusetzen. Das Komitee forderte auch, bereits errichtete Teile der Brücke wieder abzureißen und als Alternative den Bau eines Tunnels in Betracht zu ziehen.

Das Komitee begründete seine Entscheidung auch mit der noch andauernden juristischen Auseinandersetzung. Das Verwaltungsgericht Dresden verhandelt derzeit über Klagen von Naturschutzverbänden gegen die Brücke.

Kulturrat spricht von allerletzter Chance

Der Deutsche Kulturrat begrüßte die Entscheidung. Der Spitzenverband der Bundeskulturverbände sprach von einer allerletzten Chance. Zugleich rief er die Verantwortlichen dazu auf, das Warnsignal ernst zu nehmen und endlich mit der UNESCO über tragfähige Alternativen zu sprechen. "Die Streichung des Welterbetitels wäre nicht nur für die Stadt, sondern auch für das ganze Land eine große, schwer hinnehmbare Blamage", erklärte Geschäftsführer Olaf Zimmermann.

Dresden wäre erst die zweite Stätte weltweit, die aus der Liste gestrichen würde. Erstmals hatte die Unesco einem Naturschutzgebiet im arabischen Oman 2007 den Titel wieder aberkannt.

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