Star-Dirigent: Claudio Abbado ist tot

Star-Dirigent
Claudio Abbado ist tot

In seinen Konzerten wurde er umjubelt, in Berlin hinterließ er als Nachfolger Herbert von Karajans bei den Philharmonikern nachhaltige Spuren: Der berühmte Dirigent Claudio Abbado ist mit 80 Jahren gestorben.
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Rom/BerlinClaudio Abbado, einer der großen Dirigenten Europas, ist tot. Der Italiener, langjähriger Chef der Berliner Philharmoniker, starb am Montag nach langer Krankheit in Bologna im Alter von 80 Jahren. Er sei am Morgen „unbeschwert“ und im Kreis seiner Familie gestorben, ließen die Familienangehörigen über das Sekretariat des Künstlers mitteilen.

Der gebürtige Mailänder, Sohn eines Violinisten und einer Klavierlehrerin, hatte in seiner langen Karriere 1966 zum ersten Mal mit den Berliner Philharmonikern zusammengearbeitet und zwei Jahre später die Opernsaison der Mailänder Scala eröffnet, wo er später dessen Musikchef wurde.

Als Künstlerischen Leiter der Berliner Philharmoniker wählte das Orchester Abbado 1989 zum Nachfolger Herbert von Karajans. Fünf Jahre später wurde er auch Leiter der Salzburger Festspiele. 2002 beendete er seine Zeit in Berlin und ging nach Italien zurück.

In Berlin hinterließ Abbado tiefe Spuren. Von seinem Krebsleiden gezeichnet, kehrte er jedes Jahr für ein Konzert mit den Philharmonikern in die Stadt zurück und wurde dabei vom Publikum stürmisch empfangen.

Der am 26. Juni 1933 geborene Sohn einer Musikerfamilie lernte zunächst Klavier und Orgel und besuchte danach einen Dirigierkurs in Siena. Dort lernte er seine späteren Kollegen Daniel Barenboim und Zubin Mehta kennen. Seinen Durchbruch erlebte Abbado 1958 in Tanglewood (USA), als er den renommierten Kussewitzky-Preis für Dirigenten gewann.

Abbado setzte sich zeitlebens für moderne Musik ein und arbeitete dabei mit dem Pianisten Maurizio Pollini und dem Komponisten Luigi Nono zusammen. Von 1979 bis 1987 war er Chefdirigent beim London Symphony Orchestra, nach seinem Debüt 1984 in Wien übernahm er 1986 die musikalische Leitung der Wiener Staatsoper.

Nach seinem Rückzug aus Berlin ging Abbado nach Italien zurück und gründete das Mozart Orchestra mit jungen Musikern und beteiligte sich am Aufbau des Lucerne Festival Orchestra.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Und was hat das mit meinem Kommentar zu tun? Habe ich gesagt, dass dessen Tod nicht berichtenswert wäre? Nein, sicher nicht. Denn auch wenn ich mich beim Lesen des HB eher auf Wirtschaft und Politik freue, so möchte ich auch gerne darüber hinaus informiert sein.

    Ihr Totschlagargument geht an meinem Anliegen völlig vorbei. Ich erwarte von einer Wirtschaftszeitung, dass diese über den Tod eines Topökonomen berichtet, welcher nun weder unbekannt, noch irrelevant war. Es ist eine Schande für das HB. Und ja, dann ist das HB ein "armes Blättchen".

  • Es gibt noch etwas anderes als Geld. Zum Beispiel Kultur. Und wenn man kein armes Blättchen sein will, dann weiß man das.

  • Als Wirtschaftszeitung schreiben Sie über den Tod eines Musikers, aber Sie schreiben kein Wort über den Tod eines ehrenwerten und gewichtigen Ökonomen Deutschlands? Wilhelm Hankel ist verstorben. Der, der mit Weitsicht schon bei Einführung des Euros die Folgen prognostizierte.

    Was ist dies hier für ein armes Blättchen?

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