Start der dritten Staffel Sherlock, der charmante Soziopath

Ohne Morde langweilt er sich und Gefühle sind für ihn ein chemischer Defekt: Der moderne Sherlock Holmes der BBC, dessen 3. Staffel am Donnerstag bei der ARD anläuft, ist ein Soziopath. Warum wir ihn trotzdem lieben.
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„Sie senken den IQ der ganzen Straße“
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Dr. Watson: „Oh bitte. Könnten wir das nicht mal lassen?”

Sherlock: „Was denn?”

Dr. Watson: „Sie tun immer so verdammt geheimnisvoll, mit Ihren ... Wangenknochen ... und schlagen den Kragen hoch, um cool auszusehen!”

Anderson
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Sherlock: „Anderson, nicht laut reden. Sie senken den IQ der ganzen Straße.”

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Sherlock: „Ein einsamer Ort. Keine Zeugen. Und ein erfolgreich begangenes Verbrechen. Warum sollte er da die Polizei rufen und einen Detektiv konsultieren. Fair Play?!“

Polizist: „Er versucht, clever zu sein. Übersteigertes Selbstvertrauen.“

Sherlock: „Gesehen haben Sie ihn, ja? Der Mann ist adipös. Hat die unverhohlene Adipose eines alleinlebenden Singles, den rechten Ärmel eines Internet-Pornosüchtigen und das Atemmuster eines unbehandelten Herzleidens. Geringe Selbstachtung. Mickriger IQ. Begrenzte Lebenserwartung. Und Sie halten Ihn für einen verwegenes, kriminelles Superhirn? (dreht sich zum Klienten um) Keine Sorge. Ist bloß so daher gesagt.

Klient: „Was sagten Sie da? Was war mit Herz?“

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Sherlock: „Schlagen Sie mich ins Gesicht.“

Dr. Watson: „Ähm. Schlagen?“

Sherlock: „Ja, kommen Sie. Schlagen Sie mich ins Gesicht. Haben Sie nicht gehört?“

Dr. Watson: „Wenn Sie reden, höre ich oft ,Schlagen Sie mich ins Gesicht’, aber für gewöhnlich nur als Subtext.“

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Sherlock: „Hören Sie. Was ich da gesagt habe, John, das meine ich wirklich ernst. Ich habe keine Freunde. Ich habe nur einen.“

Dr. Watson: „Gut.“

Sherlock (ihm nachrufend und schließlich hinterher rennend): „John? John! Sie sind wunderbar, fantastisch!“

Dr. Watson: „Ja, in Ordnung. Jetzt übertreiben Sie's nicht gleich.“

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Sherlock: „Fantastisch! Ja! Vier Suizide in Folge und jetzt eine Nachricht! Es ist wie Weihnachten!“

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Sherlock: „Das liegt doch auf der Hand. Nicht?“

Dr. Watson: „Also für mich keineswegs!“

Sherlock: „Oh Gott! Wie ist das mit so komischen kleinen Gehirnen? Das muss doch langweilig sein.“

DüsseldorfDie ARD schickt zur besten Sendezeit einen Soziopathen auf Verbrecherjagd: Im Trenchcoat und mit Detektiv-Kappe streift Sherlock Holmes durch das London des 21. Jahrhunderts. Als „Consulting Detective“, beratender Detektiv, löst er Kriminalfälle für die Polizei – wie in der Vorlage von Sir Arthur Conan Doyle.

Doch ebenso wie die Stadt, in der die Serie der britischen BBC spielt, ist auch die Hauptfigur in der heutigen Zeit angekommen: So kombiniert Sherlock, gespielt von Benedict Cumberbatch, nicht nur unfassbar schnell, sondern kennt sich auch in der digitalen Welt aus – und nutzt sie. Im Stil von „Minority Report“ etwa fliegen SMS in weißer Schrift ins Bild.

Anfang des Jahres lief die dritte Staffel von „Sherlock“ bereits in Großbritannien und zog bis zu 13 Millionen Menschen vor die Fernsehbildschirme. An diesem Donnerstag sendet die ARD um 21.45 Uhr die erste neue Folge.

Fast zwei Jahre mussten die Zuschauer auf die Rückkehr des unnahbaren Ermittlers warten – eines Genies, das sich nicht um soziale Normen kümmert und zu seinen Mitmenschen überaus grob sein kann. So bringt Sherlock bei der ersten Begegnung mit John Watson, gespielt von Martin Freeman, nicht einmal ein „Hallo“ über die Lippen, sondern spricht ihn direkt auf seine Militärvergangenheit und seine alkoholabhängige Schwester an. Bei den Kriminalfällen kümmert sich Sherlock mehr um das Rätsel als um die Betroffenen. Und während er in einer unglaublichen Geschwindigkeit die Indizien zu einem Gesamtbild vereint, kann er mit seiner arroganten Art seinen Mitmenschen ganz schön auf die Nerven gehen.

Und doch zieht uns dieses kühle Genie, das die Liebe als „chemischen Defekt“ abstempelt, in seinen Bann. Angesichts der unzähligen Fan-Seiten könnte man fast von einer Obsession sprechen.

„Ich bin kein Psychopath. Ich bin ein hochfunktionaler Soziopath“, beschreibt Sherlock sich selbst ohne einen Anflug von Ironie. Und tatsächlich: Der moderne Sherlock Holmes scheint viele Merkmale eines Soziopathen zu haben.

Im echten Leben sind Soziopathen unsympathisch
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