Steinmüller über Technologie
Mehr als Träume und Visionen

Die Vorstellung von menschenähnlichen Maschinen, die das Leben erleichtern oder gefährliche Aufgaben übernehmen, fasziniert die Menschen schon seit langem. Der Trendscout Karlheinz Steinmüller schreibt über neue Technologien - und besticht durch sein realistisches Bild der Zukunft.

DÜSSELDORF. Die Vorstellung von menschenähnlichen Maschinen, die das Leben erleichtern oder gefährliche Aufgaben übernehmen, fasziniert die Menschen schon seit langem. Die Vision von den freundlichen stählernen Gehilfen, die ihren Erfindern lästige Arbeiten abnehmen, inspirierte nicht nur Science-Fiction-Autoren, sondern auch die Zukunftsforscher. Wenn es nach ihnen ginge, müssten längst kleine, intelligente, wuselige Haushaltsroboter durch unsere Wohnungen flitzen, aufräumen, den Boden und die Schränke säubern und Besucher mit freundlichen Worten empfangen.

Nichts davon ist eingetreten - die Robotik ist eines von vielen Technikfeldern, in denen nur selten die Prognosen der Zukunftsforscher eingetroffen sind. Meistens haben sich die Visionäre von den Träumen der Forscher mitreißen lassen. Auch Trendscout Karlheinz Steinmüller ist nicht immun gegen die Begeisterungskraft der Entwickler, doch durch nüchternes Abwägen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einflüsse gelingt es ihm, in seinem Buch "Die Zukunft der Technologien" ein realistisches Bild der Chancen und Risiken der wichtigsten Zukunftstechnologien zu zeichnen.

So sind Nanoroboter bei ihm nicht kleine Wesen, die durch die Blutbahn schwimmen und Arterienverstopfungen auflösen oder Plaques auffressen, sondern ganz nüchtern Zellen, die in den Stoffwechsel an der Arterienwand eingreifen und so dazu beitragen, die Engstellen in den Adern zu beseitigen. Trotz der nüchternen Sicht schreibt Steinmüller sehr anschaulich und stellt auch komplizierte Zusammenhänge verständlich dar, wie die Bedeutung der Nanotechnologie für die Chipentwicklung oder die Chancen durch Genomik und Protegenomik für die Medizin.

Am treffsichersten sind natürlich seine Einschätzungen bis 2010. Hier schreibt der Diplom-Physiker und promovierte Philosoph die aktuellen Entwicklungen in der Nano-, Bio-, Neuro- und Informationstechnologie kenntnisreich fort und fasst die wichtigsten Trends zusammen. Auch in den Anwendungsfeldern - von Medizin, Energie, Umwelt, Verkehr bis hin zur Raumfahrt - schildert Steinmüller anschaulich, was die Zukunft bringt. Bei seinen Prognosen für 2020 und vor allem für 2050 gewinnt jedoch dann der Science-Fiction-Autor die Oberhand.

KARLHEINZ STEINMÜLLER:
Die Zukunft der Technologien
Murmann Verlag, Hamburg 2006,
318 Seiten, 24,90 Euro

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