Steven Spielberg wird 65
Ein Leinwandmagier erreicht das Rentenalter

Wenn sein Name drauf steht, dann sind volle Kinosäle sicher: von Historien- über Science-Fiction- bis Unterhaltungsfilm bedient Regisseur Steven Spielberg jedes Genre. Mit nun 65 Jahren denkt er gar nicht ans Aufhören.
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LondonSteven Spielberg kann an seinem Geburtstag gleich auf zwei neue Filme anstoßen. Am Sonntag wird der dreifache Oscar-Preisträger 65 Jahre alt, drei Tage später läuft seine 3D-Comic-Verfilmung „Tim und Struppi“ in den US-Kinos an. Zu Weihnachten beschert er seinen Fans dann das Drama „Gefährten“. Der Film über die Freundschaft zwischen einem jungen Mann und seinem Pferd in der Zeit des Ersten Weltkriegs kommt Mitte Februar auch in die deutschen Kinos.

Danach geht es für Hollywoods angegrautes Multitalent nonstop weiter. Für den Historienfilm „Lincoln“ holt er Daniel Day-Lewis als US-Präsidenten vor die Kamera. 2012 will er auch noch das futuristische Epos „Robopocalypse“ über einen Aufstand von Robotern drehen. Wenn George Lucas ruft, würde er sofort einen fünften „Indiana Jones“-Streifen inszenieren, verkündete Spielberg kürzlich. Und als Produzent will er im geplanten „Jurassic Park 4“ noch einmal Dinosaurier zum Leben erwecken.

Doch er sehe sich nicht als Workaholic, sagte Spielberg im Oktober vor dem „Tim und Struppi“-Start in Paris der Nachrichtenagentur dpa. „Nein. Ich bin eher ein Filmemacher außer Kontrolle“, sinnierte der Regisseur. „Ich liebe es einfach, Seemannsgarn zu spinnen. Egal ob ernste historische Stoffe oder große Unterhaltungsstreifen wie jetzt „Tim und Struppi“. Seit ich zwölf Jahre alt war, habe ich Filme gedreht, damals noch auf 8-mm.“

Der im US-Staat Ohio geborene Kino-begeisterte Sohn einer jüdischen Familie ließ sich auch nach zwei Absagen an kalifornischen Filmhochschulen nicht von seinen Hollywood-Ambitionen abbringen. Als Regieassistent bei TV-Serien fand er den Einstieg und drehte 1974 seinen ersten Spielfilm, „The Sugarland Express“, ein Roadmovie mit Goldie Hawn. Gerade 28 Jahre alt schreckte er mit dem Horror-Streifen „Der weiße Hai“ Hollywood auf, ließ die Kinokassen klingeln und läutete damit die Ära der „Blockbuster“-Filme ein.

Mit dem Science-Fiction-Thriller „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und der Abenteuer-Saga „Indiana Jones“ setzte Spielberg seinen Siegeszug fort. Sein Außerirdischer „E.T.“ (1982) war der bis dahin kommerziell erfolgreichste Film überhaupt und wurde erst von Spielbergs Dinosaurier-Spektakel „Jurassic Park“ und später von der „Titanic“ überholt. Spielberg brachte Milliarden in die Kinokassen, wurde aber als „ewiges Kind“ Hollywoods nie ganz ernst genommen. Das änderte sich erst mit dem Drama „Die Farbe Lila“ (The Colour Purple) über das Schicksal einer schwarzen Frau in den US-Südstaaten, das mit elf Oscar-Nominierungen bedacht wurde.

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