Stiftung und Sponsoren
NRW will Kunst der WestLB sichern

Lange hatte die rot-grüne NRW-Regierung sich für das Schicksal der Kunst in landeseigenen Unternehmen nicht interessiert. Die Proteste gegen den geplanten Verkauf schreckte sie dann aber auf. Nun soll gehandelt werden.
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DüsseldorfNordrhein-Westfalens rot-grüne Landesregierung will die zum Verkauf stehende Kunstsammlung der ehemaligen WestLB über eine Stiftung und private Investoren für das Land sichern. Stiftungsmodelle sollten bis zur Sommerpause entwickelt werden, teilten die SPD-Landesminister Ute Schäfer (Kultur) und Norbert Walter-Borjans (Finanzen) nach einem Runden Tisch mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur am Donnerstagabend mit.

Fest stehe aber, dass die rund 400 Kunstwerke zu Marktpreisen von der WestLB-Nachfolgerin Portigon veräußert werden müssten, betonte Walter-Borjans. Eine konkrete Summe nannte er nicht. Zeitdruck bestehe beim Verkauf nicht.

Eine faktische Ausfuhrsperre schränkt die Verkäuflichkeit der wertvollsten Werke auf dem freien Markt allerdings ein. Schäfer will zunächst drei Streichinstrumente, darunter zwei Stradivaris, und neun Kunstwerke unter nationalen Kulturschutz stellen.

Der zuständige Sachverständigenausschuss prüft demnach als erstes Werke von Giovanni di Paolo, Paul Signac, August Macke, Eduardo Chillida, Henry Moore, Max Ernst, Dieter Roth, Fritz König und Fritz Winter. Die Aufnahme in das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts sei „wahrscheinlich“, sagte Schäfer. Damit dürften sie nicht mehr ausgeführt und nur noch im Inland verkauft werden.

Die betroffenen Werke sind mit Summen von 100.000 Euro bis zu sechs Millionen Euro versichert, was einen ungefähren Anhaltspunkt für ihren Wert liefern kann. Einige der wertvollsten Objekte befinden sich im LWL-Museum für Kunst in Münster. Schäfer will nach den ersten zwölf Objekten weitere 60 Kunstwerke fachlich bewerten lassen und möglicherweise unter nationalen Kulturschutz stellen.

„Portigon kann Werke nur gegen eine Entschädigung zu Marktpreisen weggeben“, sagte Walter-Borjans. Die Gesellschaft müsse aufgelöst werden. Der Steuerzahler dürfe nicht belastet werden, außerdem müsse sich NRW an die „Schuldenbremse“ halten. Gesucht würden daher auch private Investoren wie Industrielle, die Werke aus der Portigon-Sammlung übernähmen und den Museen des Landes dann als Dauerleihgabe zur Verfügung stellten. Der Runde Tisch werde bis zur Sommerpause weitere Male zusammenkommen und Modelle entwickeln.

Die Sprecherin der NRW-Museen, Susanne Titz, zeigte sich zufrieden. „Wir sehen den großen politischen Willen, eine Lösung zu finden.“ Die Museen hatten scharf gegen den geplanten Verkauf von Kunst aus landeseigenen Unternehmen protestiert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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