Supermodel Toni Garrn: „Das Geschäft ist hart, die Auslese extrem“

Supermodel Toni Garrn
„Das Geschäft ist hart, die Auslese extrem“

Für viele Mädchen ist es ein Traum: modeln. Doch der Job ist hart, weiß auch Toni Garrn. Das gefragteste deutsche Model seit Claudia Schiffer warnt vor der Hysterie und Kurzlebigkeit des Geschäfts – und beschreibt, was im Fashionzirkus von heute gefragt ist.

DüsseldorfEigentlich heißt sie Antonia, aber die Kurzform ihres Vornamens ist wahrscheinlich auch in Paris, New York und Moskau einfacher auszusprechen: Als „Toni“ Garrn hat die Hamburgerin eine internationale Karriere als Topmodel gemacht. Nun ist sie zwar erst 23 Jahre alt, aber schon seit zehn Jahren im Geschäft, denn schon mit 13 wurde sie einst von einer Agentur in ihrer Heimatstadt entdeckt. Zeit, mit dem am Freitag erscheinenden Handelsblatt Magazin ein großes Jubiläums-Gespräch zu führen, in dem Garrn kritisch Bilanz zieht.

Denn der Fashionzirkus und das Geschäft mit der Schönheit sind in dieser Zeit noch lauter, schneller und hysterischer geworden: „Wer gerade noch als Ikone gehandelt wurde, kann morgen gar nicht mehr gefragt sein. Momentan ändert sich jede Saison alles. Die Modewelt ist verrückt geworden und unberechenbar“, sagt Toni Garrn. „Man muss das wissen in meinem Job. Man muss die Schnelligkeit akzeptieren, mit der sich alles wandelt, sonst geht man kaputt.“

Garrn wurde schon im Jahr 2008 für 54 Modenschauen gebucht. Ein Jahr danach durfte sie die Calvin-Klein-Show bei der New York Fashion Week eröffnen. Das deutsche Supermodel hatte Glück, weiß aber auch: „Das Geschäft ist hart, die Auslese extrem“ – zumal heute nicht nur professionelle Models um die Jobs buhlen. „Schauspieler und Schauspielerinnen werden stärker gebucht als vor zehn Jahren. Das gilt aber auch für sogenannte It-Girls.“

Toni Garrn – ungeschminkt
Das Supermodel ist erst 23, aber schon seit zehn Jahren im Geschäft. Im Interview spricht sie über Schönheit als Beruf, Mädchenträume und die harte Realität.
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    Durchs Internet und die sozialen Netzwerke habe sich „enorm viel verändert. Es gibt heute Mädchen mit Millionen von Followern bei Twitter oder Instagram. Sie können sich dort besser selbst inszenieren. Ihre Fanbase ist durchaus eine Maßeinheit geworden“, so Garrn. „Und die Kunden buchen die Follower quasi mit. Ich selbst habe das anfangs unterschätzt und stieg erst vor zwei Jahren bei Facebook & Co. ein.“

    Prominenz sei ein Faktor an sich geworden. Insofern wundert es vielleicht nicht, dass Toni Garrn zuletzt auch als Kurzzeit-Jurorin bei „Germany’s Next Topmodel“ zu sehen war – ein TV-Format, das sie selbst früher eher kritisch sah, als sie noch sagte: „Wer wirklich Model werden will, sollte auf gar keinen Fall ins Fernsehen gehen.“ Gegenüber dem Handelsblatt Magazin verteidigt sie den Auftritt nun: „Die Zeiten ändern sich. Justin Bieber ist letztlich auf Youtube erfunden worden. Manche Mädchen werden heute über ihre Instagram-Accounts zum Star, worüber wir ja schon gesprochen haben. Und „Germany’s Next Topmodel“ ist nun mal Unterhaltungsfernsehen.“

    Dennoch laufe was schief, wenn ein hoher Prozentsatz der Teenies heute an Essstörungen leidet: „Mode definiert bisweilen Idole, denen man nicht zu sehr hinterherhecheln sollte“, so Garrn. „Es sind Traumwelten, die da inszeniert werden. Also bitte nicht alles ernst nehmen!“

    Sie selbst versichert, auf keiner Waage mehr gestanden zu haben, seit sie 15, 16 ist: „Ganz ehrlich. Es kam allenfalls vor, dass ich in der Frühphase meiner Karriere mal gemessen wurde. Da ging es aber immer um die Hüfte. Mein Gewicht wollte niemand wissen.“ Die Proportionen, das Wesen seien am Ende viel wichtiger als Gramm.

    Was das 23-Jährige Supermodel sonst noch verrät über den Unterschied zwischen Mädchenträumen und hartem Model-Alltag, über Claudia Schiffer & Co., die Wege zum Ruhm und warum sie sich durchaus als Feministin fühlt, lesen Sie im vollständigen Interview mit der gebürtigen Hamburgerin.

    Thomas Tuma ist stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts.
    Thomas Tuma
    Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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