Szenen einer Ehe
Neu im Kino: "5 x 2" von François Ozon

François Ozon, der 37-jährige Franzose, macht seine Filme schneller, als man sie sehen kann. 25 Filme in 15 Jahren, viele darunter international erfolgreich - das macht ihn fast zum Wunderkind des französischen Kinos.

HB Er arbeitet sich durch die Genres hindurch, von der musikalischen Komödie ("Acht Frauen") bis zum mystischen Thriller ("Unter dem Sand"). Sein neuer Film ist eine Hommage an Ingmar Bergman und erzählt Szenen einer Ehe.

Marion und Gilles. Ihre Geschichte fängt nun aber nicht von vorne an, beim Kennenlernen - die romantischen Bilder vom Ferien-Club am Meer sehen wir erst am Ende. Es beginnt vielmehr am Ende: vor dem Scheidungsrichter. Fünf Stationen aus dem Leben der beiden blättert Ozon auf, aber in verkehrter Reihenfolge: erst die Trennung, danach ein Abendessen mit Freunden, danach die Geburt ihres Kindes, danach die Hochzeit, danach das Kennen lernen.

Wir wissen also ständig, dass die Liebe zerbröckelt, dass sich Gleichgültigkeit einschleicht, dass die Beziehung schließlich scheitert. Allerdings ist zu fragen, ob der Film anders geworden wäre, wäre er 'andersherum', also chronologisch erzählt worden? Was so oder so überzeugt, ist Valeria Bruni-Tedeschi als Marion, die, unsicher und zerbrechlich, auch ohne viele Dialoge deutlich macht, was es heißt, ständig ein bisschen mehr Boden unter den Füssen zu verlieren. An ihrer Seite spielt Stéphane Freiss. Ozons Erzähltrick verblüfft; Valeria Bruni-Tedeschi überzeugt.

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