„Tal der Wölfe“
Türkischer Film schürt Antiamerikanismus

Der mit 10 Millionen Dollar teuerste Film in der türkischen Kinogeschichte, „Tal der Wölfe“, zog die Zuschauer bereits in der Türkei in Scharen ins Kino. Seit vergangener Woche läuft der Streifen auch in Deutschland – und sorgt für heftige Kontroversen.

BERLIN. Der Kinosaal in Neukölln füllt sich. Viele Frauen sind unter den Besuchern, ein paar davon verschleiert. Auf dem Programm steht „Tal der Wölfe“, eine Produktion aus der Türkei. Der Film erinnert an eine Mischung aus A-Team und Apocalypse Now. Ein durch geknallter Schurke, der entfernt Ähnlichkeiten mit dem jungen Marlon Brando hat, treibt im Irak sein Unwesen. Gemetzelt wird, wo immer dies möglich. Terroristen lauern hinter jeder Ecke.

Hintergrund der Geschichte ist eine wahre Begebenheit. Anfang Juli 2003 nehmen amerikanische Soldaten einen türkischen Militärposten in der nordirakischen Stadt Süleymaniye in Beschlag. Sie verhaften die türkischen Soldaten und stülpen ihnen Säcke über den Kopf. Die Bilder gehen durch die Medien in aller Welt. Die Ehre der Türken ist tief verletzt.

Im Film „Tal der Wölfe - Irak“ bekommt das türkische Agententeam um Polat Alemdar den Auftrag, sich für die Schmach, die die Amerikaner den Türken zugefügt haben, zu rächen. Mit den Gräueltaten, die sie zu sehen bekommen, verstärkt sich der Hass der Agenten in geheimer Mission nur noch mehr. Alemdar ist vielen Türken kein Unbekannter, er ist der Held einer bekannten Serie im türkischen Fernsehen.

Eine Hochzeit löste der amerikanische Oberbefehlshaber Sam Marshall in einem Blutbad auf, nachdem erste Schüsse fallen. Und das alles im Namen Christi. „Freude schöner Götterfunken“, summt er vor sich hin, kurz bevor der Sturm auf das Fest beginnt. Gefangene werden in einen Container gesperrt. Der einzige Ehrliche in der US-Truppe, der auf menschliche Bedingungen beim Transport drängt, hat keine Chance. Auch er muss sterben.

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