Tefaf III
Erfolgreicher Messeauftakt

Die ersten vier Tage der Tefaf, der wichtigsten Kunst- und Antiquitätenmesse der Welt, signalisieren Bereitschaft zur Investition in Kunst. Erste Millionenverkäufe und viele im Preissegment wurden getätigt.
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MaastrichtDie Altmeisterhändler scheinen auf der 25.Tefaf, der bedeutendsten und schönsten Kunst- und Antiquitätenmesse der Welt, noch immer für die aufregendsten Neuheiten zu sorgen. Diesmal staunt die Kunstwelt über eine kleine Ölskizze Peter Paul Rubens aus den 1620er-Jahren. Vielleicht ist der Ausdruck Entdeckung zu hoch gegriffen. Aber nirgendwo publiziert, ist die um 1620 entstandene Szene „Alexander und Roxana“ nie auf dem Radar der Kunstwissenschaft erschienen. Jetzt hat sie die Züricher Galerie Koetser ans Licht geholt und kostet 1,3 Millionen Euro. U.a. eine Kreuzigungsszene von Rubens, hatte Konrad O. Bernheimer aus München und London schon in den ersten Stunden nach Eröffnung der Messe verkauft.

Eines der Messehighlights ist die Show von „Tudor and Stuart portraits from the collections of the english nobility“ aus der Zeit um 1600, die die Weiss Gallery aus London inszeniert. Ein roter Punkt klebte schon auf dem sogenannten “Ditchley Henry VIII.“ von 1600, einer monumentalen Adaption des berühmten Hans-Holbein-Bildnis von Heinrich des VIII. (2,5 Mio. Pfund). Preislich stand der frühe verkauf dem echten Holbein bei Weiss kaum nach: Das kreisrunde Porträt des Sir Thomas Wyatt the Younger von 1540/1542 kostet 5 Millionen Euro.

Unbekannter Riemenschneider

Dass ausgerechnet der Londoner Skulpturenspezialist Daniel Katz ein Alabaster-Relief von Tilmann Riemenschneider (1,8 Mio. Euro) anbietet, das seit ca. 1920 in Münchener Privatbesitz war und noch 2002 im Bayerischen Nationalmuseum gezeigt wurde, bleibt ein Rätsel. Das schmälert weder Bedeutung noch Schönheit dieses zarten Werkes um 1500. Alabaster-Arbeiten des Würzburger Meisters sind an einer Hand aufzuzählen.

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