Tefaf New York
Erfolgreicher Macher und Musensohn

Die Kunst- und Antiquitätenmesse Tefaf hat mit ihrer Expansion nach New York Begeisterungsstürme ausgelöst. Der Kopf hinter dem überseeischen Ableger ist der neue Tefaf-CEO Patrick van Maris.

New YorkUnter Kunst- und Antiquitätensammlern weltweit gilt das geruhsame Städtchen Maastricht als das Non Plus Ultra. Hier findet im März die wichtigste und eindrucksvollste Messe statt. Da sie von „The European Fine Art Foundation“ veranstaltet wird, nennen sie Insider nur die Tefaf. Jährlich zieht sie rund 75.000 finanzstrake, kaufwillige Sammler an, von denen nicht wenige mit Privatjets einfliegen. Nach einem gescheiterten Versuch 2014 auch in Peking Fuß zu fassen, hat sich die Tefaf gerade sechs Tage in New York (21. bis 26.10.) erprobt.

Markenexport als Geschäftsmodell

Die Feuertaufe hat sie bestanden, der Look war großartig, das Angebot an  Alten Meistern, Skulpturen, Handschriften, Porzellan und erlesenem Schmuck auch. Das Debut in Manhattan wurde sogar trotz der kurzen Aufbauzeit und der auf Überstundenverzicht pochenden Union nicht nur pünktlich fertig, sondern auch außerordentlich schön.

Die Muttermesse in Maastricht hat zwar einen tadellosen Ruf, doch den Export ihrer Marke haben andere Messen, etwa die Art Basel oder die Frieze London, schon viel früher zum Geschäftsmodell gemacht. Treibende Kraft hinter dem Experiment mit der Internationalisierung der Tefaf-Marke ist Patrick van Maris (55).

Im Mai 2015 zum Geschäftsführer der Tefaf berufen, bringt der vielsprachige Niederländer mit Wohnsitz in England eine Menge Erfahrung im Kunsthandel mit. Der Historiker hatte 1989 bei Sotheby’s als General Specialist der Bewertungsabteilung angefangen. Weniger erpicht auf die Performance, die ein Auktionator leisten muss, profilierte Patrick van Maris sich stets lieber im Hintergrund. Beste Manieren, viel Charme und weitreichende Verbindungen verhalfen dem Macher zum Erfolg.

Strippenzieher im Hintergrund

So organisierte van Maris bei Sotheby’s u.a. 1995 die 15 Tage dauernde Schlossversteigerung für die Markgrafen von Baden-Baden. Im vergangenen Jahrhundert hatte sie mit 77,6 Millionen D-Mark den höchsten Erlös einer deutschen Auktion erzielt. Van Maris managte aber auch 2005 den zehntägigen Abverkauf von 20.000 historisch wertvollen Objekten und Waffen aus dem Besitz des Königshauses Hannover. Die sogenannte Marienburg-Auktion spielte dann mit 44 Millionen Euro Umsatz ebenfalls ein Rekordergebnis ein.

Danach wurde van Maris geschäftsführender Direktor Sotheby’s Europe. Die Tefaf lernte der Manager von innen kennen, als diese mit der Hilfe von Sotheby’s versuchte, in China eine Tochtermesse zu eröffnen – und scheiterte.

Seite 1:

Erfolgreicher Macher und Musensohn

Seite 2:

Kurze Reise in die Park Avenue Armory

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%