Tefaf V
Schönheit im Überfluss

Am kommenden Sonntag endet die schönste und bedeutendste Kunstmesse der Welt. Spitzenwerke brauchen Besucher, die sich erst am Wochenende aufmachen, nicht zu missen, trotz guter Verkaufsbilanz nach sieben Messetagen. Das zeigt eine Inspektion des Angebots vor allem in den Bereichen Papierarbeiten und Fotografie. In der Sektion Moderne gibt die Aborigines Art ihren Einstand in Maastricht.
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MaastrichtNeun Abzüge von Josef Sudek, fünf von Heinrich Kühn, drei Aufnahmen von Walker Evans und eine von Edward Weston. Mit sichtlicher Zufriedenheit zählt der Wiener Foto-Galerist Johannes Faber seine Verkäufe auf. Keine schlechte Bilanz nach sieben Tagen auf der Kunst- und Antiquitätenmesse Tefaf in Maastricht, die am Sonntag zu Ende geht. Auch die Besucherfrequenz in der räumlich abgeschiedenen Sektion für Papierarbeiten stimmt. Vor drei Jahren ging es hier noch wesentlich ruhiger zu.

Die Sorge, an diesem letzten Wochenende auf leere Stände zu stoßen, ist unbegründet – trotz der sehr guten Verkaufsstimmung der ersten Messetage. Bei Johannes Faber fallen als erstes die monumentalen, fast bis zur Ungegenständlichkeit reduzierten Rückenakte von Edward Weston ins Auge fallen. Die Frühwerke, mit denen Weston 1925 neue, „modernistische“ Maßstäbe des Sehens setzte, haben eine hervorragende Provenienz. Sie stammen aus dem Nachlass seines Modells Anita Brenner. Preislich sind die noch greifbaren Akt-Studien II bis IV zwischen 250.000 und 280.000 Euro angesetzt. Zum Vergleich: Die elegische, noch piktorialistisch aufgefasste Aufnahme der „Marion Morgan Dancers“ von 1921 liegt bei „nur“ 85.000 Euro.

Komplette Ausstellung von August Sander

In der Hinterhand hat Faber eine komplette, historische August Sander-Ausstellung. Das vor drei Jahren vom Enkel Gerd Sander erworbene Konvolut wurde unter Aufsicht Sanders in den frühen sechziger Jahren für eine Wanderausstellung abgezogen, im Nachgang zu seiner ersten Nachkriegsschau (auf der Photokina) und der Kulturpreisverleihung durch die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) 1961. Sie soll nun verkauft werden, allerdings nur vollständig und zum Preis von 2,8 Millionen Euro.

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