Teuerste deutsche Kinoproduktion
Premiere von „Das Parfum“ mit Rosenblättern

Mit starkem Beifall hat das Premierenpublikum in München Tom Tykwers Romanverfilmung „Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders“ aufgenommen. Der Film ist die teuerste deutsche Kinoproduktion.

HB MÜNCHEN. Der mit 50 Mill. Euro teuerste deutsche Film wirkt wie großes Hollywood-Kino made in Germany und könnte ein Höhepunkt des Kinojahres werden. Die Stars und das Produktionsteam gingen am Donnerstagabend in einem Regen von Rosenblättern über den ebenfalls mit Blütenblättern geschmückten Roten Teppich vor dem Mathäser Filmpalast.

Vor fünf Jahren hatte der Schriftsteller Patrick Süskind dem mit ihm befreundeten Filmproduzenten Bernd Eichinger die Filmrechte an seinem Bestseller verkauft. Eichinger hatte sich gleich nach Erscheinen des Romans im Jahr 1985 darum beworben. Weltweit wurden mehr als zwölf Mill. Bücher verkauft; „Das Parfum“ wurde in rund 40 Sprachen übersetzt. Süskind lebt von der Öffentlichkeit völlig zurückgezogen und hat nicht am Drehbuch mitgewirkt.

Erzählt wird die im Frankreich des 18. Jahrhunderts angesiedelte Geschichte des Außenseiters Jean-Baptiste Grenouille, der ein außergewöhnliches Riechvermögen hat. Um trotz seiner Hässlichkeit Liebe und Macht zu gewinnen, will er ein Parfum aus dem Geruch von Jungfrauen kreieren, dem Menschen sofort verfallen. Dafür wird er zum Frauenmörder. Schauplätze sind die dunklen Straßen von Paris - die Dreharbeiten fanden allerdings in Barcelona statt - und die blau wogenden Lavendelfelder in Südfrankreich.

Der britische Schauspieler Ben Whishaw, der den besessenen Parfumeur spielt, erhielt bei der Premiere vor 1 500 Gästen den stärksten Beifall. Er sagte, er kenne keinen Regisseur, der so geduldig und ehrlich interessiert wie Tom Tykwer den Schauspielern zuhöre.

Bei der Premiere fehlte Hollywood-Star Dustin Hoffman, der den Lehrmeister Grenouilles spielt. Er schickte eine Videobotschaft nach München, in der er sich begeistert über die Dreharbeiten äußerte. Eichinger verriet am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow „Johannes B. Kerner“, er hätte als Regisseur nicht so geduldig wie Tykwer mit dem Hollywood-Star umgehen können, der mit immer neuen spontanen Ideen den Ablauf durcheinander gebracht habe. Regisseur Tykwer selbst sprach in seiner Dankesrede in München alle Crewmitglieder persönlich an und zeigte Tränen der Rührung über die positive Aufnahme des Films.

Persönlich erschienen war auch Filmstar Alan Rickman - unter anderem bekannt aus „Stirb langsam“ und den drei Harry Potter-Filmen als Professor Severus Snape. Er spielt den Gegenspieler von Grenouille, Antoine Richis. Außerdem waren die Schauspielerinnen Rachel Hurd-Wood, Karoline Herfurth und Jessica Schwarz dabei. Zu den Premierengästen gehörten zahlreiche Prominente wie Heino Ferch, Gunter Sachs, Uwe Ochsenknecht, Ralf Möller und Götz Otto. Nach der Vorstellung gab es einen Empfang in der Münchner Residenz.

Am 14. September kommt der Film bundesweit in die Kinos.

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