„Theater-Eklat“
Hohn und Spott über FAZ-Kritiker Stadelmaier

Der Theaterkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Gerhard Stadelmaier, machte viel Aufhebens um einen Zwischenfall im Frankfurter Schauspiel, bei dem er beschimpft und ihm der Notizblock entrissen worden war. Dafür muss sich Stadelmaier nun herbe Kritk und satirischen Spott gefallen lassen.

HB FRANKFURT AM MAIN. Unbekannte „Freunde und Förderer der Künste“ überklebten in der Bankenstadt den Namen der am Schauspielhaus gelegenen U-Bahn-Station „Willy-Brandt-Platz“ mit „Gerhard-Stadelmaier-Platz“. Für die Klebe-Aktion auf dem Schild übernahm ein „büro für theatrale hygiene“ die Verantwortung.

Der Kritiker Gerhard Jörder nahm die Affäre zum Anlass, die eigene Zunft zu kritisieren. Um ihren Platz in den Feuilletons zu verteidigen, sei die Kritik schriller, wütender und rücksichtsloser geworden, sagte Jörder am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Man versuche, die Kritik zu legitimieren, indem man sie selbst zum Ereignis erhebe. „Die Tendenz zur Event-Kritik ist auffällig“, betonte der Kritiker, der für „Die Zeit“ schreibt.

Die Auflösung des Gastvertrags mit dem Schauspieler Thomas Lawinky nach dem Vorfall im Schauspiel bewertete Jörder als „völlig überzogen“. Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) habe sich „willfährig“ dem Druck der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gebeugt. Die Intendantin des Frankfurter Schauspielhauses, Elisabeth Schweeger, sei daraufhin „sehr schnell eingeknickt“.

An Donnerstagabend sollte die Inszenierung „Das große Massakerspiel“ - „frei nach Eugène Ionesco“ - zum zweiten Mal über die Bühne gehen. Lawinkys Rolle übernimmt dabei der Regisseur des Stücks, Sebastian Hartmann. Im Anschluss an die Aufführung war eine Diskussion unter der Überschrift „Freiheit für wen?“ geplant.

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