Tip-Golfer
Für Tisch-Täter

Golf ist hier zu Lande auf Erfolgskurs wie vor Jahrzehnten der Tennissport. Der neueste Trend ist Miniaturgolf. Pit Green ist kein Pro-Tour-Spieler. Trotzdem hat der kleinste Golfspieler der Welt es schon zum Meister gebracht.

Eine Stunde Training am Tag und ein einziges Turnier reichten Pierpaolo Cuozzo zum Weltmeistertitel. Kein Wunder bei einer Sportart, die es bislang noch nicht gab. Doch im März 2006 wurde die erste Meisterschaft im Microgolf in der „James Bar“ im Frankfurter English Theatre ausgefochten. Nach Disziplinen wie Longest Drive, Highest Pitch und Brightest Put konnte der Designstudent Cuozzo sich gegen 25 Mitstreiter durchsetzen.

Golf ist hier zu Lande auf Erfolgskurs wie vor Jahrzehnten der Tennissport. Und Minigolf kennt jedes Kind. Microgolf ist eine echte Innovation, schon preisgekrönt und made in Germany. Am besten ist es mit dem legendären Tip-Kick zu vergleichen. „Pit Green“ heißt das dazugehörige Spielgerät für Golf-Fans. Langjährige (aktive) Beobachter der Szene schließen jedoch nicht aus, dass sich dieses „Desk Toy“ zum harten Konkurrenten für die in Chefetagen beliebten Indoor-Putting-Systeme entwickelt.

Auf einem schmalen Stück Kunstrasen im Büro das Einlochen mit dem Putter zu üben ist längst nicht so prickelnd, wie alle (!) Schlagvarianten etwa auf dem von Akten befreiten Schreibtisch zu trainieren. Nach einiger Übung können mit Vorstandskollegen ganze Flights gebildet und Turniere gespielt werden. Empfehlung: die Driving Range auf den Boden verlegen!

Der „Golfer“ selbst, aus einem ganz besonderen Hartkunststoff im Odenwald hergestellt, ist zwölf Zentimeter groß und mit einem Präzisionsmechanismus ausgestattet. Dieser erlaubt kraftvolles „Draufkloppen“ ebenso wie weiche, wohl dosierte Ballbehandlung. Longhitter aufgepasst: Schläge bis etwa acht Meter Länge oder mehr als zwei Meter Höhe sind durchaus möglich – und zwar mit einem gezahnten Stift aus faserverstärktem Polyamid, der den Mechanismus aus Stahl und Messing im Herzen des Microgolfers zum Leben erweckt. Wie beim „richtigen“ Golf enthält das Spiel verschiedene Schläger und ein Bag sowie Bälle.

Oliver Johannson, einer der vier Erfinder des Produkts, schreibt Pit Green durchaus sportive Eigenschaften zu und denkt dabei vor allem an die Wettbewerbsmöglichkeiten. Tatsächlich erfordert Microgolf keine besondere sportliche Kondition, doch sollten gerade ältere Spieler mit Bauch- und Bandscheibenproblemen die Belastungen nicht unterschätzen, die sich während der Microball-Suche ergeben.

Cuozzo übt unterdessen das Einlochen in Vasen, oder den punktgenauen Aufschlag auf Lichtschalter. Das nächste Turnier kommt bestimmt. Denn die Erfinder setzen darauf, dass sich aus diesem bereits von Sponsoren begleiteten Tee-off in Frankfurt eine internationale Community entwickelt. Ein Turnier in Mailand hat bereits stattgefunden, und in Venedig will man ebenfalls eine Pit-Green-Liga initiieren. Bis zur Micro-Pro-Tour ist es also nicht mehr weit.

Pit Green gibt es über das Internet oder im Handelsblatt-Shop. www.microgolf.de www.handelsblatt-shop.com

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