Tod am See
Neu im Kino: "Die Rückkehr"

Ein Vater kehrt nach mehrjähriger Abwesenheit zu seiner Familie zurück: zur Frau und den zwei Söhnen, 15 der eine, Andrej, 13 oder 14 der andere, Ivan. Der Mann spricht nicht viel

In der Familie, sie lebt in einer kleinen Stadt im Norden Russlands, herrscht ein Klima des Schweigens, der Unfähigkeit, miteinander zu reden, der eingefrorenen Beziehungen. Es fällt nicht weiter schwer, einen russischen gesellschaftlichen Zustand zu erkennen: der Sprachlosigkeit. Im weiteren Verlauf des Films nimmt der Vater die beiden Söhne mit an einen See, auf eine Insel, zum Fischen. Ivan, der jüngere, bockt gegen die väterliche Autorität auf. Andrej, der ältere, versucht vergebens, die Zuneigung des Vaters zu gewinnen. Später wird der Vater tödlich verunglücken. Die beiden Söhne schleppen seine Leiche zurück zum Festland. Ende.

Die Bilder zeigen weiterhin eine Isolation und Einsamkeit, die auch eine gesellschaftliche Isolation und Einsamkeit ist. Es sind sparsame, fast minimalistische Bilder einer kargen Landschaft. Ein junger Regisseur hat den Film gemacht, Andrej Svjagintsev aus Nowosibirsk, es ist sein erster. Beim Festival in Venedig wurde er mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Die Dreharbeiten wurden von einem tragischen Zwischenfall überschattet: einer der beiden Jungen, Vladimir Garin, verunglückte tödlich, an eben dem See, an dem der Film gedreht worden war, bei eben dem Sprung ins Wasser, den er zu Beginn des Films aus Angst verweigert hatte.

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