Tolkien-Forschung
Die ganze Geschichte des Auenlandes

J.R.R. Tolkien war ein Genie. Seine Epen „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ haben deshalb so viele Fans, weil er dem Stoff eine eigene Welt zugrunde gelegt hat. Wer hinter die Kulissen schaut, entdeckt viel Spannendes.
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DüsseldorfDa hätte auch der Ring nichts geholfen, der unsichtbar macht: Auf der Frankfurter Buchmesse war der Hobbit im Oktober schon nicht zu übersehen. Der Klett-Cotta-Verlag rührte mit meterhohen Werbebannern die Trommel. Kein Wunder, profitieren Buchverlage doch oft immens davon, wenn die Verfilmung im Kino startet.

Mit einer sehr besonderen Ausgabe des Hobbit macht Klett-Cotta den Tolkien-Fans aber große Freude: „Das große Hobbit-Buch“ bietet weit mehr als nur den Text des Vorgängers der „Herr-Der-Ringe“-Trilogie. Herausgeber ist Douglas A. Anderson, einer der bekanntesten Tolkien-Kenner.

150 Illustrationen und Dokumente reichern den Text an und stehen angenehmerweise direkt dort, wo sie hingehören. Natürlich ist es ein Brett, parallel das Epos und all die Hintergründe zu lesen. Aber nur so erfährt der Fan, was sich Tolkien wirklich bei all dem gedacht hat.

Es ist faszinierend, welche Hintergedanken der Autor hatte und wie viele Stoffe aus Mythen, Literaturgeschichte und Religion er alles einbaute. Es ähnelt einer Spurensuche, wie Tolkien im Lauf der Jahre Details im „Hobbit“ veränderte, weil sie ihm während des Schreibens des „Herrn der Ringe“ so logischer erschienen.

An Zufälle glaubt der Leser auf jeden Fall nicht mehr. Allein Verwandtschaftsverhältnisse der Zwerge und ihre Namensgebung ist quasi ein eigenes Lexikon wert. Besonders beeindruckend sind die Anmerkungen beim Rätselraten zwischen Bilbo und Gollum. Der Leser blättert scheinbar in einem Geschichtsbuch, so präzise sind die Vorgänge beschrieben, die hinter der Handlung stecken. Dinge, die der Leser nicht wissen muss, aber für die sich Liebhaber enorm interessieren dürften.

Das ist das Schöne an Tolkien: Man kann seine Welt so lange betreten, wie man möchte. Ein paar Stunden im Kino, ein paar Tage im Buch oder eben so richtig, indem man all die Hintergründe des Autors aufsaugt. Wer darauf Lust hat, für den ist das Hobbit-Buch ein sehr guter Start.

Bibliografie:
Douglas A. Anderson (Hrsg.)
Das große Hobbit-Buch
Klett-Cotta-Verlag, München 2012
418 Seiten

 
Thorsten Giersch
Thorsten Giersch
Chefredakteur Business bei der Verlagsgruppe Handelsblatt / Geschäftsführer digital bei planet c

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