Toter Terrorchef
Bin Laden wird zum Stoff für Hollywood

Die Jagd auf Terrorchef Osama bin Laden und seine Liquidierung durch die US-Spezialtruppe Navy Seals wird zum Stoff für die Leinwand. Hollywood hat ein Interesse an einer Verfilmung - trotz wirtschaftlichen Risikos.
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Los AngelesBereits kurz nach der Erschießung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden kursieren in Hollywood erste Überlegungen für eine Verfilmung des spektakulären Einsatzes der US-Spezialtruppe Navy Seal. Der Regisseur Lewis Teague sagte, er empfehle einen halb-dokumentarischen Film.

Vielleicht könne auch Originalmaterial in dem Spielfilm verwendet werden. Teague wies darauf hin, dass die Navy Seal alle ihre Einsätze auf Video festhalten.

Teague kennt sich mit der Spezialeinheit aus. 1990 brachte er den Film „The Navy Seals“ mit Charlie Sheen in der Hauptrolle heraus. Der Streifen handelte vom Einsatz eines Kommandos im Libanon. Teague stand für das Projekt rund ein Jahr in engem Kontakt mit der militärischen Gruppe. Er würde einem Film über die Liquidierung von bin Laden eine humorvolle Note geben, sagte Teague. „Man muss einen ganz besonderer Charakter haben, um ein Navy Seal zu sein: Mut, Ausdauer, schwarzer Humor.“

Auch die Regisseurin Kathryn Bigelow ist an dem Thema dran. Nach einem Bericht der Entertainment-Webseite deadline.com arbeiten sie und Drehbuchschreiber Mark Boal seit einiger Zeit an einem Film über die Jagd nach bin Laden. Die Details des Films sind noch sehr lückenhaft. Deadline.com berichtete, das Skript müsse nun überarbeitet werden, um die neuesten Entwicklungen einzufügen. Eine Sprecherin von Bigelow wollte keine Stellung zu dem Projekt abgeben.

Bigelow hatte 2008 den Film „Tödliches Kommando - The Hurt Locker“ fertiggestellt, der sechs Oskars erhielt. Er handelt von einer Gruppe von Soldaten, die im Irak unter anderem gegen Terroristen kämpfen. Sie scheint damit für die Verfilmung des Seal-Einsatzes prädestiniert. Trotz aller Begeisterung in den USA für die Liquidierung des Drahtziehers der Anschläge vom 11. September 2001 bleibt natürlich ein kommerzielles Risiko. Die meisten Filme über die US-Einsätze im Irak oder in Afghanistan floppten an den Kino-Kassen.

Durch den erfolgreichen Einsatz des Kommando-Unternehmens in Pakistan ist in Hollywood trotzdem das Interesse an allem, was mit den Seal zu tun hat, sprunghaft gestiegen. Das hat auch Howard Wasdin gemerkt, ein ehemaliger Scharfschütze der Spezialeinheit. Er wird in Kürze seine Memoiren „Seal Team Six“ über seinen Einsatz in Somalia in den 1990er Jahren veröffentlichen. Obwohl das Buch nichts mit bin Laden zu tun hat, wurde sein Agent Scott Miller am Montag mit Anfragen überhäuft. „Diese Geschichte hat wirklich jeder in Hollywood im Kopf“, sagte er. Wahrscheinlich werde es ein Wettrennen darum geben, wer sie als erster verwirklichen könne.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Was soll daran lustig sein, wenn ein paar professionelle Mörder einen anderen Mörder im Schlaf liquidieren? Den Auftrag hätte jede trainierte Luftlandeeinheit mindestens ebenso, wenn nicht besser erledigt. Dass diese Amispezialisten den Einsatz auch noch trainiert haben wollen und dann stürzt denen über dem Anwesen auch noch der Hubschrauber ab - das hört sich doch eher an wie eine Lachnummer. Für ein Land, dass ständig von Anderen die Einhaltung der Menschenrechte einfordert, tritt der Herr Friedensnobelpreisträger eben diese Menschenrechte permanent mit den Füßen. Oder die USA wollen dem Rest der Welt ständig zeigen, dass sie sich einen Deut um den Rest der Welt scheren. Gesetze sind für die anderen da, nicht für die Amerikaner. Man darf gespannt sein, wie lange dieser exzessive und unerträgliche Hochmut noch anhält?

  • Was soll daran lustig sein, wenn ein paar professionelle Mörder einen anderen Mörder im Schlaf liquidieren? Den Auftrag hätte jede trainierte Luftlandeeinheit mindestens ebenso, wenn nicht besser erledigt. Dass diese Amispezialisten den Einsatz auch noch trainiert haben wollen und dann stürzt denen über dem Anwesen auch noch der Hubschrauber ab - das hört sich doch eher an wie eine Lachnummer. Für ein Land, dass ständig von Anderen die Einhaltung der Menschenrechte einfordert, tritt der Herr Friedensnobelpreisträger eben diese Menschenrechte permanent mit den Füßen. Oder die USA wollen dem Rest der Welt ständig zeigen, dass sie sich einen Deut um den Rest der Welt scheren. Gesetze sind für die anderen da, nicht für die Amerikaner. Man darf gespannt sein, wie lange dieser exzessive und unerträgliche Hochmut noch anhält?

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