Trauerfeier für Dieter Pfaff: Leiser Abschied vom „Dicken“

Trauerfeier für Dieter Pfaff
Leiser Abschied vom „Dicken“

Auf der Trauerfeier für den verstorbenen Schauspieler verabschiedeten sich Familie und Freunde von Dieter Pfaff. Auch etliche Prominente erwiesen dem „Dicken“ die letzte Ehre.
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HamburgDieter Pfaffs Blick ist der, der ihn als Schauspieler so populär gemacht hat: Warm, direkt, mit einem Lächeln auf den Lippen; und trotz der imposanten Statur des Darstellers auch ein wenig verletzlich. Diesmal schaut Pfaff sein Publikum jedoch nicht durch eine flimmernde Fernsehmattscheibe an, sondern von einem schlichten schwarz-weißen Porträtbild im Hamburger Michel. Darunter liegen Blumen. Familie, Freunde und Weggefährten nehmen Abschied von dem Schauspieler, der vor einem Monat gestorben ist.

Wer an diesem Tag über Pfaff spricht, beschreibt einen Menschen, der von Freunden und Kollegen hoch geschätzt wurde. Fürsorglich sei er gewesen, treu, leidenschaftlich – und ein großartiger Schauspieler dazu. Die Darsteller Herbert Knaup, Sabine Postel und Peter Heinrich Brix sind da. Auch Talkmaster Reinhold Beckmann und der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor kommen in den Michel. Vorne steht Pfaffs Porträt. Trotz des geräumigen Kirchenbaus wirkt es darin nicht verloren. Pfaff hat auch nach seinem Tod noch Bühnenpräsenz.

„Ich hatte mit Dieter eine sehr schöne Zeit und ich wollte mich noch mal bei ihm verabschieden“, sagt Harald Schmidts Bandleader Helmut Zerlett nach der Trauerfeier. Von ihm stammt die Titelmusik zur ARD-Serie „Der Dicke“. Die Serie, in der Pfaff einen gewieften Anwalt spielt, hat viel zu seiner Beliebtheit beigetragen. Aber auch als Psychotherapeut „Bloch“ oder Kommissar „Sperling“: Pfaffs Figuren bleiben in Erinnerung. Nicht jeder Charakter hat das Zeug, gleich in mehreren Serienfolgen und Filmen ein Publikum für sich einzunehmen. Pfaff schaffte es scheinbar mühelos. Neue Folgen für „Der Dicke“ waren fest eingeplant. Drehen konnte er sie nicht mehr.

Pfaff war am 5. März im Alter von 65 Jahren gestorben. 2012 hatten die Ärzte bei ihm Lungenkrebs festgestellt. Der Schauspieler hoffte, die Krankheit zu überwinden und zeigte sich optimistisch, dass es gelingen könnte. Als er starb, traf es auch nahe Menschen überraschend. Viele wollen sich am Freitag nicht vor Kameras und Mikrofonen äußern – sie trauern still. Ebenso halten es seine Witwe Eva Pfaff und die erwachsenen Zwillinge Maximilian und Johanna.

Nach knapp einer Stunde gehen die Türen des Michels wieder auf. Trotz des eisigen Windes, der an diesem Tag durch Hamburg fegt, bleiben viele Gäste noch eine Weile stehen und reden. Pfaff hat eine Lücke hinterlassen, das ist vielen anzumerken. Seine bekanntesten Figuren entwickelte der gebürtige Dortmunder selbst. Die Beisetzung soll auf Wunsch seiner Angehörigen im engsten Kreis stattfinden. Bis kurz vor seinem Tod soll Pfaff über neue Rollen nachgedacht haben. Unter anderem die eines Musikers, der Klezmermusik spielt. Auch für seine Trauerfeier stand Klezmermusik auf dem Programm. Es scheint, als sei Pfaffs Wirken auch nach seinem Tod noch nicht zu Ende.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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