Trotz einiger Lichtblicke bleibt die Lage der Buchhändeler düster
Buchbranche sieht keine positive Trendwende

Die deutsche Buchbranche sieht nach Jahren der Stagnation noch kein Licht am Ende des Tunnels. Erste Umsatzzahlen von 2005 lassen nach Darstellung des Vorstehers des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Dieter Schormann, zwar auf eine allmähliche Stabilisierung hoffen. „Aber daraus lässt sich noch kein Trend für 2005 ablesen“, sagte Schormann.

HB LEIPZIG. Angesichts der mauen Lage könnten die von vielen Buchhändlern und Verlagen als Billigkonkurrenz heftig kritisierten Auswahlbibliotheken etwa der „Süddeutschen Zeitung“ (50 Klassikerbände) oder der „Bild“- Zeitung (25 Bestsellertitel) den darbenden Handel sehr wohl ankurbeln, sagte Schormann. Er betreibt selbst eine Buchhandlung in Gießen.

Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) stieg die Zahl der Belletristikkäufer in Deutschland dank der beiden Buchreihen um 350  000 Menschen, die vorher keine Bücher gekauft hätten. Dem Branchenblatt „buchreport“ zufolge verkaufte allein die „SZ“ rund 10 Millionen Exemplare ihrer 50 Bände, die Hälfte davon in Buchläden.

„Die Idee hätte auch aus der Branche kommen können“, räumte Schormann ein. „Der Erfolg dieser Bibliotheken belegt einmal mehr, dass die Leute Orientierung wollen. Einige Verlage nehmen das jetzt als Anstoß für eigene Überlegungen.“ Was die gemeinsame Umsetzung eines solchen Projekts angeht, zeigte sich der Börsenvereinschef allerdings skeptisch: „Für solche Aktionen braucht man einen starken Medienpartner und einen großen Werbeaufwand. Und wenn man sich anschaut, wie wenig erfolgreich bisher die Anstrengungen waren, Verlage und Buchhändler für ein gemeinsames Branchenmarketing zu gewinnen, muss man sehen, ob sich jetzt diese Bereitschaft ergibt.“

Dass parallel zur Leipziger Buchmesse mit der Kölner „Lit.Cologne“ (16.-20. März) ein zweites Literaturfestival stattfindet, ist aus Sicht Schormanns „nicht schön und nicht gut. Das verursacht für die Verlage große Kosten, es spaltet die inhaltlichen und personellen Ressourcen.“ Der Börsenverein sei aber nicht für die Terminplanung der Leipziger Buchmesse und der „Lit.Cologne“ verantwortlich. „Ich vermute, dass es terminlich nicht anders ging. Inwieweit man da in Zukunft miteinander sprechen müsste, weiß ich nicht. Es wäre jedenfalls schade, wenn die Buchmesse Schaden nehmen würde.“

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