Trotz seiner beachtlichen Erfolge blieb „HCB“ immer zurückhaltend und bescheiden
Der „Mann mit der Leica“ ist tot

Henri Cartier-Bresson, einer der besten Fotografen des 20. Jahrhunderts und Mitbegründer der Bild-Agentur Magnum, ist tot. Freunde der Familie Cartier-Bressons teilten am Mittwoch mit, er sei im Alter von 95 Jahren in Südfrankreich gestorben.

HB PARIS. Der Künstler, schon zu Lebzeiten eine Legende, starb am Montag wenige Wochen vor seinem 96. Geburtstag am 22. August in seinem Wohnhaus in Isle-sur-Sorgue, nördlich von Marseille, hieß es am Mittwoch aus Familienkreisen. Cartier-Bresson habe seit einigen Tagen keine Nahrung mehr zu sich genommen und sei zunehmend schwächer geworden.

Als Reporter und Bildpublizist, als Porträtist der Großen dieser Welt, aber auch der Namenlosen ebenso wie als Landschaftsfotograf erwarb sich „der Mann mit der Leica“ Ruhm und förderte die Entwicklung der Fotografie als eigenständige Kunstform. Ausstellungen und Sammelbände wurden ihm gewidmet. Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist derzeit noch bis zum 15. August eine Retrospektive mit mehr als 350 Bildern des Meister des „entscheidenden Augenblicks“ zu sehen.

Cartier-Bresson hat mehr als ein halbes Jahrhundert entscheidender Momente mit seinen Bildern festgehalten und dokumentiert: den Spanischen Bürgerkrieg, den „langen Marsch“ von Maos Armee, die Invasion der Alliierten, die Entkolonialisierung Indonesiens, Gandhis oder Berlin nach dem Mauerbau.

„HCB“, wie er später ehrfürchtig genannt wurde, studierte Malerei, ehe er 1931 die Fotografie entdeckte. 1947 gründete er mit Robert Capa und George Roger die bis heute größte unabhängige Fotoagentur „Magnum“ in Paris und setzte seine Weltreisen mit der Fotokamera fort. Ein Preisregen ging über Cartier-Bresson nieder. Er erhielt unter anderem die US-Kamera für ein Foto-Essay über den Tod Ghandis sowie Auszeichnungen für Reportagen über China, Russland und Kuba.

„HCB“ wurde ein leuchtendes Vorbild für eine ganze Generation von jungen Fotografen - und blieb dennoch sehr zurückhaltend und bescheiden: „Es ist sehr angenehm berühmt zu sein, aber nur unter der Bedingung, dass man unerkannt bleibt.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%