Türkische Literatur auf der Frankfurter Buchmesse Buchtipp aus der Türkei: "Verlorene Worte"

Das Leid der Menschen im türkisch-kurdischen Konflikt.
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Seit Jahrzehnten übt die Türkei einen enormen Assimilierungsdruck auf Kunden aus, der Konflikt mit ihnen ist ungelöst. Die Folge: institutionalisiertes Misstrauen zwischen Türken und Kurden, zehntausende Tote. Angesichts der jüngsten Anschläge von Seiten der Kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Vergeltungsschläge der türkischen Armee gewinnt das Buch "Verlorene Worte" von Oya Baydar an Aktualität. "Es ist, als trügen in diesem Land die Menschen das Feuer, die Bomben und Kugeln in sich", heißt es an einer Stelle. Tatsächlich sind Tod und Leid zwischen den Buchdeckeln allgegenwärtig.

Hauptakteur Ömer Eren, Bestseller-Autor in der Schaffenskrise, erlebt hautnah, wie eine Schwangere von einem Querschläger getroffen wird - und mit seiner Hilfe überlebt. Sie und ihr Lebensgefährte stammen aus Ostanatolien. Eren begibt sich auf eine Spurensuche und muss erfahren wie verschieden doch die Welten in der Türkei sind. Baydar, Mitbegründerin der Türkischen Sozialistischen Arbeiterpartei, einst selbst verfolgt, inhaftiert und ins Exil verschlagen, hat einen aufschlussreichen Gesellschaftsroman verfasst von zwingend humanistischer Tonlage.


OYA BAYDAR, "Verlorene Worte"

Claassen, Berlin 2008. 464 Seiten, 22,90 Euro

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