„Tuyas Ehe“: Goldener Bär geht nach China

„Tuyas Ehe“
Goldener Bär geht nach China

Der Goldene Bär der Berliner Filmfestspiele ist am Samstagabend überraschend an den chinesischen Film „Tuyas Ehe“ verliehen worden. Die Jury der 57. Berlinale zeichnete mit dem Film von Regisseur Wang Quan'an ein poetisches Werk über das harte Leben in der Inneren Mongolei aus.

HB BERLIN. Die deutsche Schauspielerin Nina Hoss erhielt für die Titelrolle in Christian Petzolds Drama „Yella“ einen Silbernen Bären als beste Darstellerin. Der Film erzählt vom Schicksal einer Ostdeutschen, die im Kapitalismus Fuß fassen will und scheitert.

Als bester Schauspieler wurde der Argentinier Julio Chávez mit einem Silbernen Bären geehrt. Er wurde für seine Leistung in Ariel Rotters Film „Der Andere“ über das Suchen und Finden von Identität ausgezeichnet. Auch der Große Preis der Jury ging an „Der Andere“.

Die Auszeichnung als bester Regisseur erhielt der Israeli Joseph Cedar für seinen Film „Beaufort“. Das Drama erzählt von der letzten Militäreinheit Israels, die vor dem Abzug aus dem Libanon im Jahr 2000 im Süden des Landes stationiert war.

Das Schauspielerensemble von Robert De Niros Film „Der gute Hirte“ wurde mit einem Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung ausgezeichnet. In De Niros CIA-Thriller spielen unter anderem die Hollywoodstars Matt Damon, Angelina Jolie und die deutsche Schauspielerin Martina Gedeck, die die Ehrung entgegennahm.

Zu der von Charlotte Roche moderierten Verleihung im Berlinale-Palast kamen viele Prominente, darunter die Jury-Mitglieder Mario Adorf und Willem Dafoe, US-Regisseur Arthur Penn sowie Außenminister Frank- Walter Steinmeier (SPD).

Der Gewinner-Film „Tuyas Ehe“ handelt von einer Familie, die darunter leidet, dass der Vater nach einem Unfall behindert und nicht mehr arbeitsfähig ist. Pragmatisch entscheidet der Mann, dass die Ehefrau Tuya sich einen neuen Gatten suchen soll, um den Lebenserhalt der Familie zu sichern. Der in sehr ruhigen Bildern erzählte Film entwickelt sine Sogkraft aus einer geschickten Balance von Humor und Tragik. Besonders beeindruckt das Spiel der Hauptdarstellerin Yu Nan.

Insgesamt 22 Filme aus aller Welt konkurrierten im offiziellen Berlinale-Wettbewerb. China war mit insgesamt zwei Filmen vertreten. Es ist der dritte chinesische Bären-Gewinner. 1993 gewann „Die Frauen vom See der duftenden Seelen“ von Xie Fei, 1988 „Rotes Kornfeld“ von Zhang Yimou.

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