TV-Kritik zum Tatort
Das hat Kommissarin Odenthal nicht verdient

Tatort-Kommissarin Lena Odenthal feiert ihr Silberjubiläum sehr ungewöhnlich: Sie kann nicht schlafen, leidet unter Panikattacken und ist einsam. Und bekommt auch noch eine Kollegin, die nervt. Zehn Millionen litten mit.
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Hamburg/LudwigshafenZugegeben, nach dem geradezu revoluzzerhaften Tatort-Spektakel aus Wiesbaden tritt Lena Odenthal am kommenden Sonntag mit der Folge „Blackout“ ein schweres Erbe an. Aber dass die dienstälteste Ermittlerin der Krimiserie so angeschlagen durch ihren 60. Fall taumelt, das haben weder sie noch die Zuschauer verdient. Schon gar nicht zum Jubiläum (Sonntag, ARD, 20.15 Uhr).

Denn in den vergangenen 25 Jahren hat sich Lena Odenthal, einst als „weiblicher Schimanski“ gefeiert, viele Sympathiepunkte erkämpft. Immerhin gibt es vom Sender SWR ein Zückerchen: Die Zuschauer dürfen ab 21.45 Uhr selbst online auf Verbrecherjagd gehen.

Die Story aus Ludwigshafen folgt dem klassischen Whodunit-Prinzip: Ein Mann wird erdrosselt und mit KO-Tropfen betäubt tot in seiner Musterwohnung gefunden – pikanterweise mit einer Champagnerflasche im Po. Schnell geraten seine betrogene Ehefrau, der in der gemeinsamen Firma vom Rauswurf bedrohte Bruder und der beste Freund und Kompagnon in Verdacht.

Eine dubiose Rolle spielt zudem eine junge Frau, die in der Mordnacht ebenfalls unter dem Einfluss von KO-Tropfen orientierungslos aufgegriffen wird. Dummerweise kann sie sich aber an nichts erinnern. Dass Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in ihren Ermittlungen bis an die eigenen Grenzen geht, sind die Zuschauer gewohnt. Doch dieses Mal kann einem die Vorkämpferin für Frauen in einer Männerdomäne fast schon leidtun.

Geplagt von Schlafstörungen, Panikattacken und Einsamkeit stolpert sie mehr oder weniger durch den Fall, bei dem nahezu jede Spur ins Nichts zu laufen scheint. Zu allem Übel ist ihr bewährter Kollege und Freund Mario Kopper im Italienurlaub.

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