Über das possierliche Treiben in der fünften Jahreszeit
Gefährlich für nicht fluchtfähige Weibchen

Humor ist nach sprichwörtlicher Weisheit bekanntlich jener Geisteszustand, der den Menschen in die Lage versetzt, ungeachtet widersprüchlicher Erkenntnisse die Mundwinkel aus der Merkel-Position zu erheben und im Zusammenspiel mit anderen Muskelgruppen im Gesicht den Eindruck von ungeahnter Belustigung zu erzeugen.

Wissenschaftler ordnen solches Verhalten dem Bereich der spontanen Trotzreaktionen zu, was die Spezies Mensch intellektuell eindeutig über den Schabracken-Tapir oder jede durchschnittliche Spulwurmart erhebt.

Allerdings fehlen noch Studien über den Zufriedenheitsgrad der erwähnten Tierarten in jener Zeit, die der Homo Sapiens landläufig wahlweise als Karneval oder Fastnacht kategorisiert und die vom 11. November eines Jahres bis ins frühe Frühjahr des folgenden dauert.

Bislang ist lediglich bekannt, dass beispielsweise dem Schabracken-Tapir die fünfte Jahreszeit und mithin auch das sich parallel verändernde Lustigkeitsverhalten der Rhein und Main nahe stehenden Personen ziemlich am Rüssel vorbeigeht. Auch vom Spulwurm sind keinerlei abfälligen Bemerkungen über karnevalistischen Humor bekannt.

Das mag daran liegen, dass sich das Hörvermögen des gemeinen Spulwurms arg in Grenzen hält und er allenfalls als Gast eines ihn beherbergenden Zellhaufens humaner Art gezwungen ist, Karnevalssitzungen zu besuchen. Man darf den Spulwurm also ob seiner Schwerhörigkeit getrost beneiden, denn ihm bleibt so einiges erspart.

Beispielsweise wird das Spulwurm-Weibchen bei der Eiablage (bis zu 200 000 Stück am Tag) nie Gags von Bernd Stelter oder Guido Cantz hören müssen, jenen humoristischen Herrenwitz-Triebtätern also, die in der Lage sind, aus Spießertum und akuter Verklemmtheit jede Menge schlechte Gags zu destillieren und diese auch noch derart untalentiert zu verkaufen, dass jedem halbwegs sensiblen Menschen die Aussicht auf eine Nacht im Käfig eines ausgehungerten Leoparden dagegen durchaus verlockend erscheint.

Wie das funktioniert, hat Bernd Stelter, der Dicke vom Dienst aus Rudi Carrells RTL-Seniorenshow „7 Tage, 7 Köpfe“, in der vergangenen Session bereits mit einem simplen Refrain bewiesen, der die humoristische Anspruchslosigkeit des durchschnittlichen Narren ziemlich perfekt auf den Punkt brachte.

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