Übersetzer von „Ulysses“
Schriftsteller Hans Wollschläger ist tot

Der Schriftsteller Hans Wollschläger ist tot. Bekannt wurde er vor allem mit der Übersetzung eines englischen Kultromans.

HB BAMBERG/GÖTTINGEN. Wollschläger sei am Samstag im Klinikum Bamberg im Alter von 72 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben, bestätigten das Krankenhaus und der Wallstein Verlag in Göttingen. Bekannt wurde Wollschläger vor allem mit seiner kongenialen Neuübersetzung des Romans „Ulysses“ von James Joyce. Die wortmächtige Version des bedeutenden Werks erschien im Jahr 1975 und wurde von der Kritik als eine der „großen sprachschöpferischen Leistungen der deutschen Literatur“ gefeiert.

Der Verleger Thedel von Wallmoden würdigte am Sonntag Wollschläger als einen der bedeutendsten Übersetzer der vergangenen 50 Jahre. Aber auch sein essayistisches Werk mit einer enormen rhetorischen Potenz werde Bestand haben. Im Wallstein Verlag (Göttingen) solle die begonnene Werkausgabe Wollschlägers fortgesetzt werden. Bislang seien fünf Bände erschienen.

Neben vielen Essays und weiteren Übersetzungen herausragender angelsächsischer Autoren wie Edgar Allan Poe, Mark Twain, Oscar Wilde und William Faulkner bildeten Leben und Werk von Karl May einen Schwerpunkt seiner Arbeit. So gab Wollschläger eine historisch-kritische Ausgabe der Werke des Volksschriftstellers heraus und verfasste eine Psychoanalyse über diesen. Wollschlägers eigenes Hauptwerk, sein experimenteller Roman „Herzgewächse oder der Fall Adams“, blieb unvollendet.

Der vielseitige Gelehrte, der im März 1935 in Minden (Westfalen) geboren wurde, war Autodidakt: im Selbststudium brachte er sich zwölf Sprachen bei. Zu Wollschlägers geistigen Mentoren gehörten vor allem Arno Schmidt und Theodor W. Adorno.

Wollschläger erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Arno Schmidt Preis, den Deutschen Jugendbuchpreis und den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

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