Unbemerkter Schwelbrand
Feuerursache in Weimarer Bibliothek ist geklärt

Die Staatsanwaltschaft Erfurt teilte am Donnerstag die Ursache des Brandes in der historischen Anna Amalia Bibliothek in Weimar mit. Sie stützt ihre Erkenntnisse auf ein vorläufiges Gutachten des Bundeskriminalamtes (BKA). Demnach ist ein lange unentdeckt gebliebener Schwelbrand hinter einer Verkleidung im Dachgeschoss für das verheerende Feuer verantwortlich.

HB ERFURT/WEIMAR. „Im Moment deutet alles auf einen technischen Defekt“, sagte Oberstaatsanwältin Anette Schmitt. „Aus unserer Sicht gibt es derzeit keinen Hinweis auf eine Pflichtverletzung.“ Bei dem Brand Anfang September wurde der Dachstuhl vollständig zerstört. Der einzigartige Rokokosaal sowie 62 000 Bücher wurden durch Rauch und Löschwasser stark beschädigt. 50 000 Bücher in der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Bibliothek sind vernichtet.

Laut BKA-Gutachten hat es hinter der Verkleidung einer Holzbalkenkonstruktion unter dem Dach einen „länger andauernden Schwelbrand“ gegeben. Er sei zeitlich jedoch nicht mehr einzugrenzen. Laut Schmitt war die Verkleidung bei vorbereiteten Arbeiten für die geplante Sanierung des seit 1761 als Bibliothek genutzten Gebäudes durchbohrt worden. Dadurch sei Luft an den Brandherd gekommen.

„Dafür reichen schon kleine Löcher“. Nach ihren Angaben wurde der Brandherd auch von den Arbeitern nicht bemerkt. Zum zeitlichen Ablauf, in dem sich aus dem Schwelbrand Flammen entwickelten, konnte sie noch keine Angaben machen: „Wir warten den abschließenden Bericht ab.“ Die Stiftung Weimarer Klassik schätzt die Kosten für die Restaurierung und Wiederbeschaffung der Bücher auf 60 bis 70 Millionen Euro. Mit dem Wiederaufbau des Bibliotheksgebäudes, für den 8,4 Millionen Euro von Bund, Land und Allianz-Stiftung zugesagt sind, soll im Sommer 2005 begonnen werden. Geplant ist die Wiedereröffnung 2007 im Jahr des 200. Todestages der Herzogin.

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