US-Unternehmen im Dritten Reich
Amerikas Geschäfte mit den Nazis

Im Dritten Reich hat Opel jüdischen Mitarbeitern geholfen, Jobs bei GM außerhalb Deutschlands zu finden-und gleichzeitig Rüstungsgüter für Deutschland produziert. Historiker haben das Verhalten von US-Unternehmen während dieser Zeit untersucht.

DÜSSELDORF. Wovon Opel-Manager heute allenfalls zu träumen wagen, war in den dreißiger Jahren Realität. "Die Adam Opel AG war der weitaus größte Autohersteller nicht nur in Europa, sondern, die Vereinigten Staaten ausgenommen, weltweit", schreibt Henry Ashby Turner. 1929 hatte der US-Konzern General Motors (GM) den deutschen Autohersteller übernommen. Opel entwickelte sich zu einer Perle innerhalb des amerikanischen Konglomerats.

Nachdem die Nazis 1933 die Macht übernommen hatten, zeigten sie ein massives Interesse an der Motorisierung Deutschlands. Und so war Opel "eine Gans geworden, die goldene Eier legte", wie es der Historiker in seinem Buch "General Motors und die Nazis" schildert.

Doch das "Opel-Gold" lag außerhalb der Reichweite Detroits. Die strikte Devisenbewirtschaftung hatte zur Folge, dass kaum Geld nach Amerika und damit zu General Motors zurückfloss. Zudem konnten alle Absatzerfolge nicht darüber hinwegtäuschen, dass Opel als Tochter eines US-Unternehmens in Zeiten nationalistischen Größenwahns ein Imageproblem hatte.

Größere Sorgen bereiteten Opel aber die Begehrlichkeiten lokaler NS-Bonzen. Turner schildert die Versuche des hessischen Gauleiters, den Autobauer unter seine Fittiche zu bekommen. Und er beschreibt, wie das Opel-Management Himmel und Hölle in Bewegung setzte, um genau dies zu verhindern. Man knüpfte direkte Kontakte zur Wehrmacht und Luftwaffe bis hinauf zu Hermann Göring und versprach, sich aktiv am Aufbau der Rüstungsproduktion zu beteiligen.

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