Van Gogh Fälschungen
Verräterische Pigmente

Wuppertal trauert um zwei Stillleben von Vincent van Gogh. Schon länger war die Echtheit der beiden kleinen Gemälde angezweifelt worden. Jetzt identifizierte sie das Amsterdamer van Gogh-Museum als Fälschungen.
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WUPPERTAL. In Wuppertal hängen die Fahnen auf Halbmast. Zwei von vier Gemälden Vincent van Goghs aus dem Von der Heydt-Museum identifizierte das Institut Collectie Niederland am Amsterdamer Van Gogh-Museum als Fälschung. Jetzt werden die beiden kleinen Bildchen aus dem Erbe Eduard von der Heydts ins Depot verbannt: das dunkle "Stilleben mit Krug und Birnen" von 1881 und das um 1886 entstandene "Stilleben mit Kaffeetopf und Blumen".

Zur Erleichterung des Museums sind die beiden anderen Gemälde, "Kartoffelsetzen", eines der seltenen frühen Hauptwerke des Malers, und "Kopf einer holländischen Bäuerin mit weißer Haube" von 1885, ein typisches Porträt aus der Frühzeit des Künstlers, echte Bilder aus der Hand des Künstlers. Zweifel an der Echtheit der beiden Stillleben bestanden bereits seit vielen Jahrzehnten. Vor anderthalb Jahren schließlich wurden sie nach Amsterdam ins Labor geschickt. Nun liegen die Ergebnisse der umfangreichen Untersuchung vor.

Van Gogh wurde schon in den 20er-Jahren gefälscht

Die Herkunftsgeschichte des "Stilleben mit Bierkrug und Birnen" kann bis 1928 zurückverfolgt werden. Der niederländische Kunsthistoriker Jacob Baart de La Faille nahm es 1928 in das erste, heute längst überholte Werkverzeichnis Van Goghs auf. Das Bild befand sich damals im Besitz der D. A. Hogendijk-Galerie, Köln. Danach erwarb es die Kölner Galerie Abels, die es ihrerseits an August von der Heydt weiterverkaufte.

De la Faille, 1928 selber in den sog. "Wacker Skandal" um gefälschte van Goghs verwickelt und zu Korrekturen veranlasst, datierte das Bild damals ins Jahr 1881. Zweifel kamen erst viel später auf: 1987 bei einer Ausstellung in der niederländischen Stadt s'Hertogenbosch. 2008 schließlich bezweifelte der Publizist Stefan Koldehoff die Echtheit des Bildes in einem Vortrag im Von der Heydt-Museum. Das gab den Anstoß, das Bild untersuchen zu lassen.

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Kommentare zu " Van Gogh Fälschungen: Verräterische Pigmente"

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  • Teil 2: Ach, bevor ich es vergesse, da Sie Herr Blühm nach Ihren Worten mit Frau Hendriks intensiv zusammenarbeiten, könnten Sie sich das Thema Cadmiumgelb bei van Gogh, durch Frau Hendriks erklären lassen, dann verstehen Sie vielleicht wie wichtig es für die Van Gogh Forschung ist und stimmen doch noch einer Untersuchung zu Materialbestimmung zu. Wenn nicht, ist es nicht weiter schlimm, da Sie Köln bald verlassen, was mir persönlich ganz recht ist, weil zuviel Insiderwissen wie bei Ihnen wohl vorhanden, schadet anscheinend der Forschung.

    Markus Roubrocks Köln

  • Zu meinem Kommentar,

    die Passage: „Das von Ihnen beschriebene Chrom-Grün (Chromoxidhydratgrün/Chromoxidgrün) wurde im Kölner Wallraf Richartz Museum an zwei unbestreitbaren Gemälden von Vincent van Gogh identifiziert, siehe: „Forschungsprojekt Maltechnik des Impressionismus und Postimpressionismus/Kurzbericht zu Maltechnik und Zustand“ ,Vincent van Gogh:“ Die Brücke von Clichy“ Sommer 1887 WRM Dep.813/,“ Die Zugbrücke „Mai 1888-WRM 1197......
    Also ist die Aussage van Gogh hätte in seiner Pariser Zeit kein Chrom-grün benutzt, falsch, da van Gogh sich vom Frühjahr 1886 bis zum Februar 1888 in Paris aufgehalten hat.“ Und der Teil:“das Frau Ella Hendings nicht über den Sachverhalt des Chromoxidhydratgrün/Chromoxidgrün informiert gewesen ist, obwohl der Direktor des Wallraf Richartz Museums Herr Blühm bis 2005 Mitarbeiter des van Gogh Museums war,“.

    Herr Dr. Andreas Blühm hat mir heute, über seine E-mail Adresse des Wallraf Richartz Museums mit folgenden Wortlaut geantwortet: „Erstens ist das nichts Neues für Insider, zweitens heißt die Dame Ella Hendriks, drittens arbeiten wir intensiv mit ihr zusammen. Gruß, AB“, so so, nichts neues für Insider, leider muss ich mitteilen das ich in meinen Kommentar einen kleinen Fehler eingebaut habe, Chrom-Grün hat mit Chromoxidhydratgrün/Chromoxidgrün nichts gemeinsam, es handelt sich hier um zwei unterschiedliche Pigmente. Chrom-Grün ist ein gemischtes Pigment aus Eisencyanblau und Chromgelb, dass Chromoxidgrün ist Chrom(III)-oxid Chromoxidhydratgrün, dazu wird in den allgemein bekannten Schriften erwähnt das man es auf keinen Fall mit dem giftigen Chromgrün verwechseln darf!
    Ja, Herr Blühm so ist das mit „nichts Neues für Insider“ zum Glück gehöre nicht ich dazu, so kann ich den Wissenstand derer prüfen, die sich selbst zum Fachmann erklären.
    So möchte ich mich für meine kleine Sinnestäuschung bei den Lesern sowie bei der Redaktion entschuldigen, aber mit Speck fängt man Mäuse.

  • Verräterische Pigmente, oder verschwiegene Pigmente?

    die van Gogh Authentifizierung hat seinen traurigen Höhepunkt erreicht, Versteckspiele in der Forschung bis zum Unterlassen tragender Untersuchungen und niederschmetternde Falschaussagen der van Gogh Experten.

    Bariumsulfat wurde vom van Gogh Museum schon 2002 nachgewiesen auf der Seite des van Gogh Museums nachzulesen unter: „Van Gogh down to the micrometer“ Amsterdam 29.04.2002. Barium wurde auch von der Shell NL, in Zusammenarbeit mit dem Vincent van Gogh Museum, nachgewiesen. Im Vorbericht von Wendel Broere 11.04.2008 „Preserving Van Gogh's magic“ wird erwähnt, das van Gogh wahrscheinlich Bariumsulfat zur Verdünnung von teuren Farben nutzte.

    Das von Ihnen beschriebene Chrom-Grün (Chromoxidhydratgrün/Chromoxidgrün) wurde im Kölner Wallarf Richartz Museum an zwei unbestreitbaren Gemälden von Vincent van Gogh identifiziert, siehe: „Forschungsprojekt Maltechnik des Impressionismus und Postimpressionismus/Kurzbericht zu Maltechnik und Zustand“ ,Vincent van Gogh:“ Die Brücke von Clichy“ Sommer 1887 WRM Dep.813/,“ Die Zugbrücke „Mai 1888-WRM 1197
    Die Untersuchungen waren im August 2005 abgeschlossen und der Kurzbericht September 2007 erstellt. Also ist die Aussage van Gogh hätte in seiner Pariser Zeit kein Chrom-grün benutzt, falsch, da van Gogh sich vom Frühjahr 1886 bis zum Februar 1888 in Paris aufgehalten hat.

    Zum Thema: „Aber für die grünen Blätter wurde eine Mischung aus Bleiweiß und Preußisch-Blau verwendet“.,van Gogh habe in seiner Pariser Zeit jedoch meistens Viridian und Emeraldgreen verwendet. Das ist ein Skandal, aus den Wort „meistens“, ist ein „kann nicht sein“ geworden! Ist das Forschung? Nein, das ein ist Rückschritt, wir sind trotz modernster Technik, wieder in den Fünfzigerjahren angekommen.

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