Van Ham
Die Schönheit alter Apothekengefäße

Alte Meister, Silber, Porzellan und eine rare Apothekensammlung von musealer Qualität ruft das Auktionshaus Van Ham in Köln diese Woche auf. Es sind Entdeckungen zu machen.
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DüsseldorfAb morgen versteigert das Kunstauktionshaus Van Ham in Köln Gemälde Alter Meister, feines Porzellan, edles Silber, wertvollen Schmuck und als besonderen Clou 90 Lose, die dem Thema Pharmazie gewidmet sind (17.11.). So sachlich die eckigen Flaschen oder runden Gefäße aus dem 18. und 19. Jahrhundert gehalten sind, so faszinierend wirkt doch ihre puristische Ästhetik. Während 14 solcher Flaschen 4.500 bis 5.000 Euro einspielen sollen, werden für das Hauptlos bis zu 40.000 Euro erwartet. Es ist eine museale Reiseapotheke aus Pappelmaserholz für einen noch nicht ausermittelten, vermutlich fürstlichen Auftraggeber, die sich aufklappen lässt. Schere, Messer und Dispersionslöffel, Waagen und Dosen in edlem Material zeugen noch vom Anspruch auch auf Reisen medizinisch betreut zu sein.  Prachtvoll sind auch die Große Schraubflasche (Augsburg, nach 1666, Schätzpreis 11.000 bis 13.000 Euro) und ein Paar kleiner teilvergoldeter Apothekenbüchsen (Tobias Kicklinger, Augsburg 1616, 13.000 bis 15.000 Euro) anzuschauen. Auch die barocke Einrichtung der Straubinger Einhorn-Apotheke ist zu haben - für 80.000 bis 100.000 Euro. Heute wären solch ein gefasstes Schreinerkunstwerk nicht mehr herauszulösen aus seinem Kontext, da ist der Denkmalschutz davor.

Bei der Malerei (16.11.) verdienen der reuevolle, tränenreiche Blick einer drallen Maria Magdalena vom Prager Hofkünstler Joseph Heintz d.Ä. (60.000 bis 80.000 Euro) und das spätbarocke Bildnis eines selbstgefälligen Finanzbeamten des Ancien Régime Beachtung. Für das Burstbild des M. Dupleix werden Gebote zwischen 30.000 und 50.000 Euro erwartet. Aus dem Angebot an Kunst des 19. Jahrhunderts dürfte der Deutsch-Römer Jakob Phillip Hackert mit einer idealen Landschaft der Toskana (1804, 130.000 bis 150.000 Euro) auf Liebhaber stoßen. Claudia Nordhoff, Mitautorin des Werkverzeichnisses, hält das Querformat für ein „Meisterwerk der letzten Jahre“.

Bei der am morgigen Donnerstag abgehaltenen Schmuckauktion hat eine siebenteilige Parure aus Berliner Eisen Seltenheitswert. Nach dem Tod der Luise von Preußen war schwarzer Trauerschmuck angesagt, gegossen in den staatlichen Eisengießereien in Berlin. Van Ham bietet den originalen Schmuckkasten mit einem Halscollier, zwei Armbändern, einem Paar Ohrringen mit einem Ersatz sowie einer Gürtelschnalle für den Schätzpreis von 3.500 bis 5.000 Euro an.

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