Van Ham
Ein Eifel-Bäcker macht Kasse

Zwei russische Porzellangemälde erzielen eine halbe Million Euro. Fast vollständig abgeräumt wurde das bloß gängig bestückte Schmuck- und Uhrenangebot.
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KölnBei Van Ham ging es am frühen Abend des 12. Mai plötzlich zu wie auf einem Basar. Während Mitarbeiter des Kölner Auktionshauses in Mannschaftsstärke die Telefone besetzten, führten jede Menge russischer Bieter ungeniert Unterhaltungen oder liefen aufgeregt herum.

Zum Aufruf kam das wohl größte je auf dem Markt gesichtete Paar Porzellangemälde aus der Manufaktur Sankt Petersburg. Einlieferer waren Bäcker aus der Eifel in der Nähe von Aachen. Sie hatten das Gemäldepaar vor 20 Jahren für 8.000 Euro erworben.

Nur sieben Minuten brauchte Van-Ham-Chef Markus Eisenbeis, um die beiden neckischen Wirtshausszenen aus dem Jahr 1852 zuzuschlagen. 20 Telefon- und mindestens sechs Saalbieter trieben das original gerahmte Gemäldepaar schnell von 20.000 auf 300.000 Euro hoch. Der Schätzpreis lag bei lächerlich günstigen 10.000 bis 12.000 Euro.

Die belgischen Händler, die anfangs noch mitboten, stiegen bald aus. Ab 300 000 Euro focht ein einziger Saal- gegen einen Telefonbieter ein einsames Gefecht aus. Der Hammer fiel bei 410.000 Euro zugunsten der Londoner Mayfair Gallery Limited. Inhaber Mati Sinai schienen angesichts der halben Million Euro (inklusive Aufgeld) anschließend leicht die Knie zu zittern.

Er habe sich für den Ankauf mit einem Kollegen zusammengetan, erklärte er, die Stücke seien zwar einzigartig, aber es würde nicht einfach sein, sie weiterzuverkaufen. Für Van Ham wurde es mit einem Umsatz von über 1,8 Millionen Euro die beste Kunstgewerbe-Auktion in der Geschichte des Hauses.

Sehr erfolgreich lief es für die schwerpunktmäßig mit Möbeln bestückte Empire-Kollektion aus der ehemaligen Villa Hardt in Eltville. Ein elegantes Mahagoni-Mobiliar mit vergoldeten Bronzeapplikationen, eine Vielzahl hochwertiger Tischuhren und Kronleuchter sorgten für lückenlosen Absatz.

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